Kolumbien startet mega-sozialpaket: 763.000 familien erhalten bis zu 500.000 peso
Seit dem 20. März klingeln in Kolumbien die Kassen – und zwar bis zu 500.000 Peso pro Haushalt. Das Sozialministerium schüttet 323 Milliarden Peso an die ärmsten der Armen aus, damit Kinder nicht auf leeren Tellern sitzen und Pflegende nicht am Existenzminimum verhungern.
Die Devise lautet „Renta Ciudadana“ plus Mehrwertsteuer-Rückerstattung, verpackt in einem einzigen Zahlungszyklus. 763.000 Haushalte sind dabei, ihre Daten stehen im Sisbén-Register auf Rot markiert: Extrempoverty Level A. Kein Geld fließt einfach so. Wer den Giro nicht bis 5. April abholt, fliegt raus. Kein Witz. Die nächste Runde gibt es dann nicht.

Pico y cédula regiert auch beim sozialgeld
SuperGIROS und SuRed haben sich auf Stoßzeiten geeinigt. Kolumbianer ziehen sich seit Corona an der ID-Nummer hoch, jetzt auch beim Bezahlen der Staatshilfe. Wer auf 1 oder 2 endet, durfte am 26. März und 1. April anstehen. Die 9er und 0er folgten am 25. und 31. März. Freie Tage: 2., 3. und 5. April – sofern das Geld nicht schon weg ist.
Die Höchstsumme klingt nach Lotterie, ist aber Mathematik. 500.000 Peso ergeben sich, wenn man Extrempoverty, Alleinerziehend-Status und Pflegebedürftige im Haushalt addiert. Die „Valoración del Cuidado“-Linie nennt das Ministerium das. Faktisch bedeutet es: Ein Single-Mama mit einem kleinen Kind und einem rollstuhlpflichtigen Onkel bekommt den Spitzenbetrag. Eine kinderlose Arbeitslose ohne Pflegefall bleibt bei 180.000 Peso stehen.
Digitaler Check in 30 Sekunden: Portal aufmachen, „Consulte aquí“ klicken, Cedula eingeben, Captcha lösen, Fertig. Kein Papierkram, keine Schlangestehen-Vermittler, die 20.000 Peso kassieren wollen. Die Webadresse muss auf .gov.co enden, alles andere ist Betrug. Wer WhatsApp-Links öffnet, ist selbst schuld.
Banco Agrario überweist direkt auf Konto oder Bico-Wallet. SuperGIROS und SuRed zahlen bar aus – aber nur gegen original Cedula. Kein Foto, kein Scan, kein „mein Cousin holt es ab“. Die Kassen sind angewiesen, strickt zu kontrollieren. Die Polizei wartet bereits auf Fälscher.
Am 5. April schließt das Zeitfenster. Wer dann nicht abgeholt hat, verliert nicht nur diesen Monat. Das System sperrt automatisch für den nächsten Zyklus. Die Schulden der Armen wachsen also nicht nur im Portemonnaie, sondern auch im Register. Und das, obwohl das Geld schon auf sie wartet – 323 Milliarden Peso, frisch vom Staat, bereit zur Abholung. Die Uhr tickt. Die Kassen machen zu. Und die Kinder müssen trotzdem essen.
