Hertha bsc tanzt wieder auf dem lizenzseil – droht der nächste punktabzug?
Berlin, 15. März. Während andere Zweitligisten schon Sommerurlaub planen, sitzt Hertha BSC an der Lizenzfeder. Die Deadline läuft, das negative Eigenkapital wächst – und ausgerechnet der US-Versicherer A-CAP soll den Karren aus dem Dreck ziehen.
Die bilanz ist ein befund, kein rechenfehler
38 Millionen Euro Minus zum 31. Dezember 2025. Vor zwölf Monaten waren es 32,5 Millionen, Ende 2023 noch 23. Die DFL fordert fünf Prozent jährliche Sanierung – stattdessen schmilzt die Substanz. Die neue Drei-Jahres-Regel rettet Hertha nur, wenn die Talfahrt stoppt. Genau das gelingt nicht.
Lösung? Nachrangige Darlehen, zinslos, zwölf Monate Laufzeit. Oder frisches Kapital. Letzteres soll jetzt kommen, obwohl A-CAP das Portfoliostück „Hertha“ seit November öffentlich zum Verkauf hängt. Ein Insider aus dem Westend: „Die Anteile sind verhandelt, aber kein Käufer will die Altlasten übernehmen. Also spritzt A-CAP selbst.“

Die stillen 25 millionen aus dem windhorst-erbe
Im Gesellschaftervertrag von 777 Partners steckte eine Optionslinie: bis zu 100 Millionen Eigenkapital, 75 flossen sofort, 25 blieben offen. Diese letzten 25 sind jetzt fällig – nur liegt die Forderung nicht mehr bei 777, sondern bei A-CAP. Der Gläubiger wird zum Investor, weil er sonst seine eigene Beteiligung wertlos verscherbelt.
Hertha will sich nicht äußern, A-CAP schweigt, die DFL prüft. Offiziell liegt keine Kapitalmaßnahme vor, inoffiziell kursiert seit Wochen ein terminiertes Darlehen, besichert mit Zukunftsrechten an TV- und Transfererlösen. Der Vorgang riecht nach Notfall-PS, riecht aber auch nach Rettung.

Der lizenzetat schrumpft – die mannschaft auch
Wenn die Lizenz kommt, wartet die nächste Kürzung. Der Etat für 2026/27 fällt laut internen Zahlen um bis zu 20 Prozent. Gut für den Club: Demme, Brooks, Karbownik laufen aus, Gehälter im einstelligen Millionen-Bereich. Gut für die sportliche Leitung: Eichhorn, Ernst, Gechter gelten als verkaufbar, Ablösepotenzial rund 15 Millionen.
Die Devise lautet: schlanker, jünger, billiger. Sportdirektor Benjamin Weber und Kaderplaner Bastian Huber bauen nicht nur um, sondern ab. Die Fans forschen nach Hoffnung, die Zahlen liefern nur die nächste Demontage. Hertha lebt, aber auf Pump – und das seit drei Jahren in Serie.
