Frick verlässt luzern – ende nach 4,5 jahren mit offenem visier
Mario Frick packt nach vier Jahren, fünf Monaten und 119 Pflichtspielen seine Koffer. Der FC Luzern trennt sich mit sofortigem Effekt zum Saisonende vom Südtiroler, der seit Dezember 2021 die Innerschweizer vor dem Absturz in die Challenge League bewahrte und anschließend zwei Europa-Conference-League-Qualifikationen schaffte.
Remo meyer liefert klare kante: „für beide seiten der richtige zeitpunkt“
Sportchef Remo Meyer spricht offen über die Gründe: Nach 18 Spieltagen liegt Luzern mit 39 Punkten auf Rang sieben – ein solides Mittelfeld, aber keine Entwicklungsspirale mehr. „Wir haben uns ehrlich gesagt, dass wir frischen Wind brauchen, um die nächste Schiene zu fahren“, erklärt Meyer. Die Vereinsgremien stimmten einstimmig für einen Neuanfang, Frick stimmte ebenfalls zu. Keine Rauferei, sondern eine Trennung auf Augenhöhe.
Frick selbst klingt erleichtert: „Ich habe hier gelernt, was es heißt, einen Traditionsklub mit 13.000 Dauerkartenlern zu führen. Aber ich spüre, dass meine persönliche Reise weitergehen will.“ Der 45-Jährige galt in St. Gallen und Basel bereits als Kandidat; nun dürfte er auf dem Markt frei abrufbar sein.

Die bilanz: retter, pokalheld und europa-pionier
Unter Fricks Regie stieg Luzern nicht ab, schaltete 2022 den FC Basel im Cup aus und besiegelte 2023 das Ticket für die Conference-League-Quali. Die Tordifferenz von plus 16 in der laufenden Saison zeigt: Defensive stand. Offensive stockt. Genau dort setzt die Forderung der Fans an: mehr Risiko, mehr Spektakel. Frick lieferte Stabilität, aber keine Explosion.
Die Nachfolgerliste ist lang: Gerüchte um Murat Yakin, der bei Grasshoppers frei ist, ziehen Kreise. Intern gilt Co-Trainer Stefan Süss als Lösung für die Übergangsphase, sollte bis Saisonende kein Externer verpflichtet werden. Luzerns Präsident Stefan Wolf betont: „Wir wollen nichts überstürzen, aber wir wollen auch nicht bis Juli warten.“
Die Spieler reagieren gemischt. Kapitän Dejan Sorgic twitterte sofort ein Herz-Emoji und das Wort „Grazie Mister!“. Jungprofi Nick Hediger sagt nach dem 3:1 gegen Thun: „Wir wollen ihm den Abschied mit einer Europacup-Quali versüßen.“ Noch sechs Spiele, dann ist Schluss. Luzern kann noch auf Rang vier springen – das wäre Fricks letztes Geschenk.
Der Verein spart durch den vorzeitigen Verzicht auf eine Abfindung geschätzte 400.000 Franken. Frick verzichtet, Luzern bedankt sich. Am Ende bleibt ein gebrochener Kreislauf: Der Retter wird freigesetzt, weil er das nächste Level nicht mehr erreicht. In Luzern heißt das seit jeher: „Danke und tschüss.“
