Glock bleibt: drhv sichert sich sportdirektor bis 2029
Sebastian Glock zieht den Stecker nicht. Der Geschäftsführer des Dessau-Roßlauer HV verlängert seinen bis Sommer laufenden Vertrag vorzeitig bis Juni 2029 – ein Schachzug, der die obere Tabellenhälfte der 2. Handball-Bundesliga aufhorchen lässt.
Ein rheinländer erobert die elbestadt
Seit Juli 2019 sitzt der 44-Jährige am Schaltpult des Traditionsklubs. Was damals nach einem Neuanfang klang, ist heute ein Erfolgsmodell. Platz sieben steht aktuell zu Buche, die Lizenz für die dritte Liga ist längst Makulatur. Glock hat das Ruder herumgerissen – mit Hingabe, mit Härte, mit einem Netzwerk, das bis in die Bundesliga reicht.
„Dessau-Roßlau ist meine Heimat geworden“, sagt er, und man spürt, dass kein Standard-Satz folgt. „Wir haben viel erreicht, aber der Sport schläft nie.“ Die Botschaft: Weiter so, nur besser. Die Zahlen sprechen für ihn: Etat verdoppelt, Nachwuchsakademie am Fließband, Sponsorenpool gewachsen wie der Anbau am Stadion.

Der wirtschaftsbeirat zahlt komplimente in bar
Mirko Mathias, Chef des Gremiums, nennt Glock einen „echten Glücksgriff“. Kein Blabla, sondern harte Währung. Unter seiner Führung stieg der DRHV aus dem Dauer-Crisis-Modus in die Rolle des soliden Mittelfeldspielers. Die Folge: Vertrauen auf allen Ebenen – von der Stadt bis zum letzten Fan im Block F.
Vereinspräsident Ralf Theumer schüttet noch einen oben drauf: „Er ist einer von uns.“ Drei Worte, die im Osten selten fallen. Sie bedeuten: Hier steht kein Manager im Anzug, sondern ein Seelenverwandter, der morgens als Erster das Büro aufschließt und abends als Letzter das Licht löscht.

Die agenda bis 2029: struktur statt schnickschnack
Was folgt, ist kein Festreden-Marathon. Die Ziele sind klar: Jugendzentrum ausbauen, Digitalisierung vorantreiben, Vermarktung professionalisieren. Und natürlich: den Sprung in die Play-offs wagen. Denn der Handball in Sachsen-Anhalt hat einen neuen Anlauf verdient – ohne Existenzangst, mit Perspektive.
Der Vertrag läuft also noch fünf Jahre. Für Glock bedeutet das: 1.825 Tage, an denen er den Laden am Laufen hält. Für den DRHV heißt es: Ruhe vor dem Sturm? Fehlanzeige. Ruhe nach dem Sturm – das schon. Und die ist in Dessau längst eingekehrt.
