Gladbach sichert wertvollen punkt – zweifel bleiben bestehen

Borussia Mönchengladbach hat in Wolfsburg einen Punkt erkämpft, der den Klassenerhalt rechnerisch zementiert. Doch die Zufriedenheit im Gladbacher Lager ist nur von kurzer Dauer – die alten Probleme nach der Pause und die umstrittene Rote Karte für Jens Castrop trüben das Bild.

Ein remis mit fragezeichen

Ein remis mit fragezeichen

Die Partie endete 1:1, ein Ergebnis, das zwar Luft nach oben lässt, aber angesichts der aktuellen Tabellensituation durchaus zu schätzen ist. Gladbach hielt den VfL Wolfsburg auf Distanz und nähert sich dem sicheren Verbleib in der Bundesliga an. Allerdings deutete die Leistung über die gesamte Spielzeit hin auf mehr als nur einen Punktgewinn. Das Hin- und Herwerfen von Ergebnissen scheint bei den Fohlen zur Gewohnheit geworden zu sein, was die Fans zunehmend frustriert.

Sportdirektor Rouven Schröder sprach nach dem Spiel von einer „gefühlten Niederlage“ aufgrund der ersten Hälfte, in der seine Mannschaft die Oberhand hatte. „Wir waren bis auf zwei Situationen in der Defensive klar überlegen, die reifere Mannschaft mit einer guten Spielanlage“, so Schröder. Doch diese Überlegenheit konnte nicht in einen Treffer umgewandelt werden, und nach dem Seitenwechsel schmolz die Führung in der Luft auf. Die Wolfsburger kamen besser zurück ins Spiel, profitierten von der zunehmenden Passivität der Gladbacher und glichen die Partie aus.

Schröder warnte eindringlich vor Selbstzufriedenheit. „Ruht man sich in der Bundesliga einmal aus, findet man sich schnell ganz woanders wieder. Wir sind noch nicht am Ziel.“ Die kommenden Aufgaben gegen Dortmund, Mainz und Köln werden zeigen, ob die Mannschaft die nötige Konstanz aufbringen kann, um den Klassenerhalt tatsächlich zu sichern.

Der Platzverweis für Jens Castrop kurz vor Schluss war dabei ein weiterer herber Rückschlag. Schröder bezeichnete die Entscheidung des Schiedsrichters als „grenzwertig“, räumte aber ein, dass die Karte nicht unverdient gewesen sei. Der Ausfall des Sommertransfers im Endspurt ist für das Team ein herber Verlust.

Die Eichhörnchen-Methode, mit der Gladbach sich dem Klassenerhalt nähert – vier Unentschieden und eine Niederlage in den letzten fünf Spielen – mag zwar Punkte einbringen, aber sie lässt auch Zweifel an der Nachhaltigkeit der Leistungen aufkommen. Die Fohlen müssen nun ihre Hausaufgaben machen und zeigen, dass sie auch in der kommenden Saison zu den stabilen Kräften der Bundesliga gehören können.

Die Hoffnung ruht nun auf dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Ein Sieg könnte die Rettung besiegeln und den Fans endlich die erhoffte Erleichterung bringen. Doch bis dahin gilt es, die Lehren aus dem Remis in Wolfsburg zu ziehen und sich auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten.