Frauen-bundesliga wächst – doch trüben verluste und sinkende zuschauerzahlen die bilanz

Rekordumsätze und steigende spielergehälter in der frauen-bundesliga

Der DFB hat seinen Saisonreport für die Saison 2024/25 der Frauen-Bundesliga veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine positive Entwicklung, aber auch Herausforderungen. Mit einem Gesamtertrag von über 43 Millionen Euro wurde ein neuer Rekord erzielt. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Einnahmen pro Klub zurückzuführen, die von 2,5 Millionen Euro in der Vorsaison auf 3,6 Millionen Euro gestiegen sind. Auch die Erträge aus Pflichtspielen stiegen auf 565.000 Euro pro Klub.

Finanzielle belastung für die vereine bleibt hoch

Finanzielle belastung für die vereine bleibt hoch

Trotz der Rekordumsätze bleiben die finanziellen Belastungen für die Vereine weiterhin hoch. Im Durchschnitt verzeichneten die zwölf Klubs ein negatives Saisonergebnis von über 2 Millionen Euro. Dies ist ein Anstieg gegenüber den 1,9 Millionen Euro der Vorsaison. Die Gesamtaufwendungen der Vereine stiegen um 28 Prozent auf knapp 70 Millionen Euro, was rund 5,8 Millionen Euro pro Verein entspricht. Die Bundesliga ist damit noch immer nicht flächendeckend profitabel.

Rückgang der zuschauerzahlen: ein warnsignal?

Rückgang der zuschauerzahlen: ein warnsignal?

Ein besorgniserregender Trend ist der Rückgang der Zuschauerzahlen. Mit 355.407 Zuschauern in den Stadien lag die Zahl knapp unter dem Wert von 379.653 aus der Vorsaison. Dies ist der erste Rückgang seit der Corona-Pandemie. Im europäischen Vergleich liegt die Frauen-Bundesliga weiterhin hinter der englischen WSL, die bei gleicher Anzahl an Spielen über doppelt so viele Zuschauer anziehen konnte (878.915).

Zuschauerzahlen im detail: frankfurt führt, leverkusen schlusslicht

Spitzenreiter bei den Zuschauerzahlen war Eintracht Frankfurt mit durchschnittlich 5733 Fans pro Spiel, gefolgt vom 1. FC Köln (4922) und dem VfL Wolfsburg (4846). Bayer 04 Leverkusen belegte mit 1058 Zuschauern den letzten Platz, konnte aber erstmals eine vierstellige Zuschauerzahl erreichen. Dies zeigt, dass sich die Zuschauerzahlen insgesamt positiv entwickeln, aber weiterhin Luft nach oben ist.

Internationaler trend und steigende spielergehälter

Die Liga wird zunehmend internationaler. Das durchschnittliche monatliche Grundgehalt der Spielerinnen stieg auf rund 4500 Euro (Vorjahr: 4000 Euro). Der Altersdurchschnitt der Spielerinnen sank leicht von 23,50 auf 23,37 Jahre. Besonders hervorzuheben ist, dass der FC Bayern München als einziger Klub überwiegend auf ausländische Spielerinnen setzt (56 Prozent).

Ausblick: weiteres wachstumspotenzial für die frauen-bundesliga

Manuel Hartmann, Geschäftsführer Spielbetrieb in der DFB GmbH & Co. KG, betonte: „Die Kennzahlen zeigen deutlich, dass wir uns in der Frauen-Bundesliga in die richtige Richtung entwickeln.“ Trotz der Herausforderungen, wie den finanziellen Belastungen und dem Rückgang der Zuschauerzahlen, bietet die Frauen-Bundesliga weiterhin ein großes Wachstumspotenzial. Die steigenden Umsätze und Spielergehälter sind positive Zeichen, die zeigen, dass die Liga attraktiver wird.