Blau-weiß linz stürzt ab: scheiblehner weg, seidl will weg, chaos da

Die Donau ist grau, das Trikot blau-weiß, und der Club versinkt. Als Gerald Scheiblehner im Sommer die Koffer packte, riss ein Erfolgsdamm. Fünf Spieltage brauchte Nachfolger Mitja Mörec, bis sein Team überhaupt traf. Seither sammelt Blau-Weiß Linz Pleite um Pleite und ist Tabellenletzter – ein Abstieg, der schon im Februar besiegelt wirken kann.

Simon seidl schwimmt allein – und plant den sprung

50 % der Linzer Tore im Herbst lagen an seinem Fuß, 3,18 laut kicker-Notenschnitt steht gegen 3,46 Team-Mittel. Der 23-jährige Offensivallrounder hält den Kopf über Wasser, aber nicht die Loyalität. Vertrag bis 2027 hin oder her: Seidls Berater lassen durchblicken, dass ein Gang in die 2. Liga „nicht im Sinn des Spielers“ ist. Wer zahlt, darf sich im Sommer einkaufen.

Ohne Anderson droht der Kollaps. Der Brasilianer zog sich einen Kreuzbandriss im Training zu, fiel mit zwei Assists in sechs Partien aus. Genau er war der Draht zu Ronivaldo, der ohne seine Flanken auf drei Treffer in 19 Spielen verkümmert. Kein Ersatz in Sicht, kein Plan B auf dem Rasen.

Transferwirrwar: weggang der leistungsträger traf mitten ins herz

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Radek Vitek und Soumaila Diabate kehrten an ihre Mutterklubs zurück. Viktor Baier sollte kommen, verletzte sich aber vor Saisonbeginn – Vertrag aufgelöst. Shon Weissman lieferte zunächst fünf Tore in acht Spielen, dann nur noch eins in neun. Seine mörderische Twitter-Geschichte verfolgt ihn bis heute, sportlich bleibt er eine Eintagsfliege. Muharem Huskovic kam von Austria, verschwand nach zwölf Monaten nach Bosnien. Winter-Neuzugänge wie Isak Dahlqvist blitzen kaum auf.

Die Bank ist ein Witz: Ein einziges Jokertor in 22 Partien. Ronivaldo erzielte es beim 2:1 gegen Wolfsberg. Michael Köllner holte seit November immerhin ein Jokertor in fünf Spielen – das ist der Fortschritt. Gerald Scheiblehner hatte im Vorjahr sieben Wechsel-Torschützen. Die kicker-Redaktur vergibt ein klare 5,0. Das ist keine Note mehr, das ist ein Todesurteil.

Die Lage ist klar: Ohne Seidl keine Tore, ohne Anderson keine Vorlagen, ohne Scheiblehner kein System. Die Donau fließt weiter, Blau-Weiß droht zu versinken. Die Saison 2024/25 endet womöglich mit dem bitteren Abstieg – und mit der Frage, wer 2025 überhaupt noch an Bord sein will.