Bayreuth-chefin kalemba wirft hin: absturz statt frühling auf dem grünen hügel
Die SpVgg Bayreuth schreibt weiter an ihrer Selbstzerfleischungs-Saison. Nach dem Winter-Kader-Flicken verlässt nun Geschäftsführerin Dr. Nicole Kalemba den Regionalligisten – mit sofortiger Wirkung zum 15. April. Die Kündigung kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern als logische Folge eines Dauerfeuerwerks aus Insolvenzgerüchten, Verletzungspech und dem freiwilligen Verzicht auf Profi-Strukturen.
Der exodus geht weiter
Kalemba selbst nennt den Schritt „sehr bewusst gewählt“. Das klingt nach Strategie, ist aber ein Euphemismus für ein strukturelles Debakel. Seit dem Abstieg aus der 3. Liga 2023 schmilzt das Budget, während die Forderungen der Gläubiger wachsen. Die Spieler gingen im Winter, die Geschäftsführerin folgt ihnen nun – und hinterlässt ein Vakuum, das der Verein nur mit vagen Versprechungen („zu gegebener Zeit“) füllt.
Christian Wedlich, Aufsichtsrat und Gesellschafter, spricht von „klarer Haltung und hoher Professionalität“. Tatsächlich war Kalemba diejenige, die im Sommer 2024 noch versprach, „den Club zu sanieren, ohne ihn zu verkaufen“. Heute steht Bayreuth ohne Lizenz für die kommende Drittliga-Bewerbung da, die Lizenz für die Regionalliga ist nur noch Formsache.

Die rechnung ohne frühling gemacht
Die Wagnerstadt erlebt gerade das Gegenteil von dem, was ihre Kulturmarke „Grüner Hügel“ verspricht: Statt Erneuerung droht ein weiterer Sommer des Abstiegs. Die Interimslösung für die Geschäftsführung ist intern bereits besetzt, der Name wird geheim gehalten – offiziell, um „Stabilität zu wahren“, tatsächlich, weil kein externer Kandidat das Sinken mitsteuern will.
Die Regionalliga Bayern wird ab August um drei Abstiegsplätze erweitert. Bayreuth liegt aktuell auf einem davon. Ohne Sportdirektor, ohne Chef-Finanzierer und nun auch ohne Geschäftsführerin. Die Saison 2025/26 könnte zur historischen Tiefstapelei werden – und das in einer Stadt, die sonst für Hochkultur steht. Am 15. April ist Schluss für Kalemba, danach beginnt für die SpVgg der Countdown zur dritten Liga – nur in die falsche Richtung.
