Wintersportler finanzieren ihren traum – nackte wahrheiten und kreative ideen

Olympia-athleten in geldsorgen: so finanzieren sie ihren sport

Es ist ein offenes Geheimnis: Spitzensport in Deutschland ist teuer. Viele Athleten kämpfen ums Überleben, während sie gleichzeitig Höchstleistungen erbringen sollen. Doch wie finanzieren sich unsere Wintersportler ihren Traum von Olympia? Die Antworten sind oft überraschend und zeigen eine neue Realität im Profisport.

Onlyfans als rettungsanker?

Onlyfans als rettungsanker?

Die Erotik-Plattform “OnlyFans” erfreut sich wachsender Beliebtheit – auch bei deutschen Athleten. Bob-Pilotin Lisa Buckwitz war eine der ersten, die sich auf dieser Plattform eine zusätzliche Einnahmequelle sichern wollte. Nun ist auch Georg Fleischhauer, Anschieber im Bob-Team von Johannes Lochner, hinzugekommen. Ein Schritt, der für Diskussionen sorgt, aber für viele Athleten eine Notwendigkeit darstellt.

Fleischhauer: „keine porno-inhalte, aber ehrlichkeit“

Fleischhauer: „keine porno-inhalte, aber ehrlichkeit“

Georg Fleischhauer erklärt im Interview mit der Sportschau, dass er lange gezögert habe, bevor er sich für OnlyFans entschied. „Ich hatte Angst vor der Reaktion der Leute“, gesteht er. Doch er betont, dass es sich nicht um pornografische Inhalte handle. „Ich bin ein internationaler Athlet und möchte seriös bleiben.“ Er zeige seinen Körper, in den er jahrelang investiert habe, und biete seinen Abonnenten exklusive Einblicke in sein Trainingsleben.

Mehr als nur ein schönheitsideal: authentizität im fokus

Mehr als nur ein schönheitsideal: authentizität im fokus

Für Fleischhauer geht es bei OnlyFans nicht nur um das Zeigen seines Körpers. Er möchte auch Authentizität schaffen, die Schattenseiten des Sports zeigen und seinen Fans nahbarer sein. „Ich will auch die Stunden zeigen, die ich alleine trainiere, die Momente, in denen ich zweifle“, so Fleischhauer. Bislang sei das Feedback überwiegend positiv gewesen.

Weitere einnahmequellen: akt-kalender und crowdfunding

Weitere einnahmequellen: akt-kalender und crowdfunding

Neben OnlyFans greifen Wintersportler auf andere kreative Finanzierungsmodelle zurück. So posierten die Eisschnellläufer Hendrik Dombek, Max Strübe, Stefan Emele, Felix Maly, Konstantin Götze und Sophie Warmuth für einen Akt-Kalender, der bereits 3.500 Euro einbrachte. Auch Crowdfunding spielt eine immer größere Rolle, um beispielsweise die Teilnahme an Olympia zu finanzieren. Biathlet Michael Rösch sammelte auf diese Weise 24.000 Euro.

Das us-amerikanische modell: eine andere herangehensweise

Das us-amerikanische modell: eine andere herangehensweise

Im Vergleich zu Deutschland ist die Akzeptanz solcher Finanzierungsmodelle in den USA und Kanada deutlich höher. Dort ist es für Athleten üblicher, sich durch Sponsoring, Merchandise oder auch Plattformen wie OnlyFans eine finanzielle Basis zu schaffen. Fleischhauer glaubt, dass sich das auch in Deutschland in Zukunft ändern wird. Doch jetzt gilt es, sich auf Olympia zu konzentrieren. Mit Johannes Lochner ist er im Zweier- und Viererbob ein Topfavorit. Für Lochner werden es die letzten Wettkämpfe sein. Sein Ziel: „Es geht nur um Gold!“

Tabelle: finanzierungsmodelle im wintersport

Tabelle: finanzierungsmodelle im wintersport

Modell Beispiel Vorteile Nachteile
OnlyFans Georg Fleischhauer, Lisa Buckwitz Zusätzliche Einnahmen, direkte Faninteraktion Öffentliche Kritik, Image-Risiko
Akt-Kalender Eisschnellläufer-Team Schnelle Kapitalbeschaffung Kontroverses Thema, möglicherweise nicht für jeden Athleten geeignet
Crowdfunding Michael Rösch, Katharina Förster Direkte Unterstützung durch Fans Erfolgsabhängig, zeitaufwendig