Winter schlägt zurück: italien erwartet schnee bis 400 meter

Mailand wacht mit Schneegefahr auf. Ein arktischer Tiefdruck schiebt sich über die Alpen und bringt dem Nordosten und Zentrum Italiens den schärfsten Kälteeinbruch des Jahres. In Mailand, Verona und Venedig liegt die Temperatur um null Grad, die Bora peitst Triest mit Böen bis 90 km/h. Wer heute ins Büro radelt, braucht Winterreifen.

Schnee ab 400 metern – und das drei tage vor dem kalenderfrühling

Schnee ab 400 metern – und das drei tage vor dem kalenderfrühling

Der meteorologische Frühlingsanfang am 1. März blieb ein Fahrschein ohne Fahrt. Statt Sonne hagelt es seit den frühen Morgenstunden in Lazio, Kampanien, Friaul und der Emilia-Romagna sintflutartige Regengüsse. Die Protezione Civile schaltete die höchste Wetternotstufe ein, weil die Böden bereits gesättigt sind und Hangrutschungen drohen.

In den Alpen und den nördlichen Apenninen schneit es nicht erst ab 1 000 Meter, sondern schon ab 400 bis 600 Metern. Das bedeutet: Selbst die Hügel um Turin und Bologna bekommen eine weiße Haube. Die Lawinenkommission warnte Tourengeher, dass sich innerhalb von Stunden lockere Schneebrettlagen bilden können.

Freitag wird der Tag der Entscheidung. Dann zieht eine weitere Störung nach und kippt die Schneefallgrenze kurzzeitig sogar auf 300 Meter herunter. Wer am Wochenende einen Spontanausflug in die Lombardei plant, sollte lieber daheim bleiben: Die Autobahn A4 zwischen Mailand und Venedig gilt als Rutschpartie, und die Schnellzüge fahren mit Verspätung wegen Blätter auf den Oberleitungen.

Erst am Samstag lockert die Azorenhochdruckbrücke das Wetter auf. Die Sonne kommt raus – aber nur für einen Tag. Denn schon Sonntagnacht schickt der Atlantik die nächste Front hinterher. Der meteorologische Frühling bleibt ein Phantom.

Die Bilanz nach 48 Stunden: über 120 Liter Regen pro Quadratmeter an der Adria, 30 Zentimeter Neuschnee in den Dolomiten, rund 400 umgestürzte Bäume laut Feuerwehr. Und ein einziger Trost für Skigebiete wie Cortina: Sie können die Saison verlängern, während die Städte wieder winterdienstreif werden. Der Winter hat sich verlängert – und er zieht die Rechnung für den Klimawandel in Echtzeit.