Keny plant fc zürich den sommer-flug nach england – coventry und wrexham buhlen

Philippe Keny trifft, führt, flüchtet. Während der FC Zürich in der Super League aufatmete, weil gegen Thun endlich wieder drei Punkte fielen, arbeitet der senegalesische Stürmer längst an seinem nächsten Karriereschritt. Coventry City, Wrexham AFC und die Glasgow Rangers haben den 26-Jährigen auf dem Zettel – und sie zahlen nicht für Prestige, sondern für Zahlen, die glühen.

Zwölf tore, drei mal armbinde – und ein flugticket in sicht

Die Scouts sitzen nicht im Letzigrund, sie sitzen in den Midlands und in Wales. Coventry, Tabellenführer der Championship, sieht sich auf der Zielgeraden der Aufstiegsmission und sucht einen Stürmer, der auch in der Premier League nicht den Faden verliert. Keny passt ins Raster: schnell, robust, Torgefährlich, preiswert. Die Sky Blues winken mit elf Punkten Vorsprung auf die Play-off-Ränge – die Saison ist noch sieben Spieltage alt, doch der Vorsprung riecht nach London, Liverpool, Manchester.

Ein paar Autostunden weiter liegt Wrexham, das Kino-Projekt von Ryan Reynolds und Rob McElhenney. Die Waliser träumen vom zweiten Aufstieg in Folge, stehen siebter – Torverhältnis schlechter als Southampton, Platz sieben trotzdem. Keny wäre der Show-Stopper für die letzten Meter, ein Transfer, der gleichzeitig Netflix-Plot und sportlicher Coup ist.

Und dann sind da noch die Rangers. Schottland, Champions-League-Ränge, Glasgow. Dort kennt man sich mit Auslandsgeschäften, und dort kennt man sich mit Spielern, die in der Schweiz gelernt haben, Tore zu erzwingen, wenn das Team lahmt.

Fc zürich steht vor der quadratur des kreises

Fc zürich steht vor der quadratur des kreises

Der Klub hat zwei Optionen: Verkaufen und Kasse machen – oder halten und hoffen, dass Keny die nackten Zahlen allein nicht retten kann. Die Verantwortlichen schweigen, weil sie wissen: Jede öffentliche Zusage, ihn zu behalten, würde den Preis in die Höhe treiben. Jedes leise Signal, dass er gehen darf, würde das ohnehin brüchige Fundament des Kaders erschüttern.

Keny selbst trägt die Kapitänsbinde, als hätte er sie nie abgelegt. Dreimal in den letzten Partien, dreimal getroffen oder vorbereitet. Die Statistik lügt nicht, sie erzählt nur die halbe Wahrheit: Er trägt den FC Zürich, aber er trägt auch sich selbst in die Startlöcher einer Insel, wo der Fußball schneller, härter und lukrativer ist.

Der Sommer kommt, egal wie die Saison endet. Und mit ihm das Angebot, das man nicht ablehnen kann – oder das zumindest die Banken in Zürich und Dakar gleichermaßen zum Klingeln bringt. Coventry, Wrexham, Rangers: drei Tickets, eine Richtung. Keny muss nur noch unterschreiben, und der FC Zürich matt rechnen.