Williams-fahrer kämpfen mit 27 kilo-handicap: albon hofft trotzdem auf punkte

Die 27 Kilogramm Extra auf dem FW48 sind wie ein Anker, der Alex Albon und Carlos Sainz durch den Suzuka-Asphalt zieht. Doch nach dem Freitagstraining glaubt das Williams-Duo trotzdem an die Punkteränge.

Die kurze hoffnung, dann der kater

Albon landete in FP2 als Achter vor Verstappen, Sainz folgte knapp dahinter – nur eine Zehntelsekunde Rückstand. Für einen Moment sah der FW48 wie ein Mittelfeld-Bolzer aus. „Die kurzen Runs täuschten“, sagt Sainz. „Sobald der Tank voll war, brach das Tempo ein.“

Die Zahlen sind gnadenlos. Mit vollem Tank verliert Williams laut interner Telemetrie bis zu 1,2 Sekunden auf die Rundenzeiten der Konkurrenz. Die Ursache: 27 Kilogramm Übergewicht, die Reifen durchdrehen, das Auto untersteuert wie ein Lastwagen. „Unsere Longruns waren schlicht schlecht“, sagt Sainz. „Wir müssen herausfinden, warum das Gewicht uns so viel mehr trifft als die anderen.“

Sainz will das rätsel lösen, bevor das licht auf grün springt

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In der Nacht bis Samstag steht eine Daten-Nachtschicht an. Die Ingenieure rechnen mit Abtastraten von 400 MB pro Runde, suchen nach dem sweet spot für Reifendruck und Flügelanstellung. „Wenn wir das nicht hinbekommen, wird es eng mit den Punkten“, sagt Albon. Denn im Mittelfeld trennen am Sonntag oft nur zwei Zehntel P10 vom Leeren.

Die Rechnung ist simpel: Startplatz zwölf oder besser plus ein früher Boxenstopp könnten reichen, um in die Punkte zu schlüpfen. „Aber nur, wenn wir das Übergewicht nicht wie ein Bremsklotz spüren“, warnt Sainz. Suzuka frisst Reifen – und wer hier die Reifen ruiniert, fliegt raus aus der Punktezone.

Um 14:00 Uhr Ortszeit fällt die Entscheidung. Dann rollen die Autos zum Qualifying. Für Williams zählt nur eins: Starte in den Top-12, dann kann das 27-Kilo-Handicap vielleicht doch noch zur Trophäe werden.