Totti und nesta stehen sich 20 jahre nach dem wm-triumph erneut gegenüber – im hallen-dreierpack
Rom ist bereit, das Fußballherz der Nullerjahre wieder zum Kochen zu bringen. Am Samstagabend fluten 11.500 Tickets das Palaeur, alle weg – und kein Pflichtspiel, sondern ein Dreierturnier mit Legenden, die keiner mehr auf dem Rasen erwartet hatte. Totti, Nesta, Veron, Zanetti, Di Natale, Davids, Aldair: sie alle treten in der „Operazione Nostalgia“ an, einem Hallen-Fünfer-Kick, der die ewige Stadt in einen Kessel aus Erinnerungen und Jubel verwandelt.
Warum das format erstmals unter dem dach stattfindet
Bisher standen die Alten Herren auf richtigen Stadienrasen – Lecce, Parma, Cesena, Salerno, Ferrara, Novara, Vicenza. Über 200 ehemalige Stars bestritten Freundschaftsspiele unter freiem Himmel. Doch der Gründer Andrea Bini wollte Intimität statt Weitläufigkeit. Die Lösung: ein Indoor-Dreierturnier, erdacht aus Lego, ausgetragen in der Halle. Drei Teams, ein Sieger, 40 Minuten pure Nostalgie.
Die Auslosung liefert ein WM-Finale 2006-Revival: Totti und Nesta führen gemeinsam Italien, verstärkt durch Di Natale, Perrotta, Fuser, Fiore, Zaccardo und Amelia. Ihre Gegner: Europa mit Boban, Davids, Candela, Frey, Borja Valero, Simic, Jankulovski und Karagounis sowie das Rest der Welt, angeführt von Javier Zanetti, komplettiert durch Veron, Aldair, Pizarro, Hernanes, Zago, Denis, Rubinho und Suazo.

Sieg oder meme – die arena entscheidet
Die Gerüchte um einen Favoriten schwanken zwischen Europa und dem Rest der Welt. Die Wettbüros sprechen sich für Letztere aus – schließlich vereint das Team argentinische, brasilianische und chilenische Technik. Doch das Spiel ist offen. Die Beine sind älter, der Ehrgeiz geblieben. Wer den Pokal aus Lego hebt, darf sich 365 Tage lang „nostalgischer Champion“ nennen.
Für Zuschauer ohne Ticket bleibt das Fan-Village am Giardino delle Cascate. Dort startet um 10:30 Uhr ein Meet-&-Greet, ehe um 18:00 Uhr die „Love Cup“ mit Politik-Kick einläutet und um 20:00 Uhr das Turnier beginnt. Dazwischen laufen emotionale Video-Sequenzen – Rückblenden auf Triumphe, Tränen, Torjubel.
Die FIFA schickt keinen Präsidenten diesmal, doch der Verband ließ wissen: „Wir verfolgen das Event mit großer Sympathie.“ Denn was Bini inszeniert, ist mehr als ein Benefizspiel. Es ist eine Reminiszenz an Tiki-Taka vor dem Begriff, an Libero vor der Auslöschung, an Zeit, als Stars noch ohne Social-Media-Filter glänzten.
Am Ende zählen drei Ergebnisse – und ein einziger Gewinner: der Sport, der verbindet, auch 20 Jahre nach dem Berliner Sommer, als Totti und Nesta gemeinsam den Pokal in den Himmel stemmten. Samstagabend holt Rom diese Sekunde zurück – für 120 Minuten, für 11.500 Stimmen, für eine Stadt, die nie auslernt, Fußball zu lieben.
