Wild wings schreiben del-krimi: verdammnis in wolfsburg wird zum 3:2-heil

Die Wild Wings flogen nach Wolfsburg und flogen wieder raus – mit dem Viertelfinal-Ticket in der Tasche. Das 3:2 nach Verlängerung im dritten Entscheidungsspiel war kein Tor, es war ein Befreiungsschlag. Denn wer die Schwenninger kennt, weiß: Sie sind das Märchen, das sich nicht wiederholen will. Jetzt stehen sie vor ihrem dritten Viertelfinale überhaupt – und vor dem haushohen Favoriten Kölner Haie.

Die Partie begann wie ein Krimi, den man schon kennt: Marshall nutzt die erste Druckphase, Karachun erhöht in Überzahl – 2:0, alles klar. Doch dann schaltete Matthew White auf „Playoff-Modus“. Sein Doppelpack in den letzten 16 Minuten war nicht nur Ausgleich, es war die Drohkulisse, die jedem Wild-Wings-Fan die alten Gespenster wachrief.

Karachun trifft doppelt – und trifft wolfsburg ins herz

Verlängerung. Zuschauer mit klappernden Herzen, Wolfsburg drückt, die Scheibe fliegt wie ein Flummi durch die Zone. In der fünften Minute fängt Karachun den Abpraller, zieht direkt ab – Tor. Die Grizzlys sinken auf die Knie, die Wild Wings jubeln wie 1995 und wie 2024, nur lauter. Denn diesmal haben sie nicht nur überstanden, sie haben zurückgeschlagen.

Damit endet für Wolfsburg eine Saison, die lange nach mehr schmeckte. Die Grizzlys hatten sich als Sechster souverän direkt fürs Viertelfinale qualifiziert, verpatzten aber die letzten sechs Hauptrundenspiele – und nun auch die Serie. Trainer Mike Stewart wird die Defensive neu justieren müssen, wenn er mit seinem Team nächste Saison wieder angreifen will.

Haie warten – und haben den titel schon mal im koffer

Haie warten – und haben den titel schon mal im koffer

Mittwoch, 19.30 Uhr, Lanxess Arena: Dort treffen die Wild Wings auf Kölns Turbo-Team. Die Haie gingen 28 Mal in 36 Spielen als Sieger vom Eis, holten 97 Punkte – und verschickten schon vor Wochen die Playoff-Warnung an die Liga. Doch genau das kann Schwenninger nutzen: Als Außenseiter spielen sie befreit, während Köln den Favoriten-Druck trägt.

Die Zahlen? Klar: Haie gewannen beide Hauptrundenduelle 4:2 und 5:2. Aber Zahlen interessieren Außenseiter nie. Interessant ist, dass Schwenninger in der Verlängerung eine andere Energie entfacht – drei ihrer letzten vier Siege gingen über die volle Distanz. Wenn Köln auch nur eine Sekunde nachlässt, flattert die Scheibe vielleicht wieder genau auf Karachuns Schaufel.

Ziel der Wild Wings: mindestens ein Auswärtssieg in der Rheinmetropole, dann eine Rückkehr in die Helios Arena, in der 4.500 Stimmen schon gegen Wolfsburg ein Erdbeben erzeugten. Für den Club aus dem Schwarzwald wäre es der erste Halbfinaleinzug – und das Ende des ewigen Underdog-Mythos. Für Köln wäre es ein Warnschuss, dass Titel nicht nur gewonnen, sondern erkämpft werden.

Der Countdown läuft. Puck drop am Mittwoch. Die Wild Wings haben nichts zu verlieren – außer ihrer Angst.