Wieder tobt der krieg – und bald rollt der ball: wm 2026 steht auf messers schneide
78 Tage vor dem Eröffnungsspiel in San Francisco zittert die FIFA schon jetzt mehr als vor jedem Elfmeter. Der Grund: US- und israelische Luftschläge gegen den WM-Teilnehmer Iran haben das Turnier zur Geisel einer Konfrontation gemacht, die das Kalte Krieg-Drama von 1958 fast wie ein Kindergeburtstag wirken lässt.

Ein einziger anruf aus dem weißen haus genügt, um die staffelung zu sprengen
Die Geschäftsordnung erlaubt nur zwei Gratisplätze: den Gastgeber und den Titelverteidiger. 1958 musste Israel fünfmal ziehen, um einen Gegner zu finden – und wurde schließlich von Wales auf dem grünen Teppich nach Schweden geschickt. Heute droht dem Iran derselbe Kolonial-Slot, nur dass kein Los entscheidet, sondern die Lage im Persischen Golf.
Infantino schaltet sich durch. Er fliegt zwischen Doha, Washington und Teheran, um ein „Peace in the Group of Death“-Papier auszuhandeln. Die FIFA-Kasse winkt mit 7 Milliarden Dollar TV-Geldern, die bei Abriss sofort verdampfen. Die US-Verbände wiederum fürchten Imageschaden, sollten sie gegen den Iran antreten – und das in einem Land, das den Iran erst vor Tagen bombardiert hat.
Die Parallelen sind unheimlich. 1956 kappte Nasser den Suez-Kanal ab, London und Paris griffen ein, Indonesien weigerte sich, in Tel Aviv anzutreten, und plötzlich stand Israel ohne ein einziges Spiel in der Endrunde. Hestageschichte? Nicht ganz. Die asiatische Qualifikationsgruppe für 2026 ist bereits zerrissen: Saudi-Arabien boykottiert Katar-Spiele, die Emirate drohen mit Rückzug, Syrien wurde gesperrt. Die Karten liegen offen auf dem Tisch – und niemand will sie aufdecken.
Die FIFA-Spitze schweigt offiziell. Hinter den Kulissen aber kursiert ein Szenario, das alles übertrifft: Ein „United Nations Kickoff“ mit acht statt 48 Teams, falls sich der Sicherheitsrat auf einen Waffenstillstand verständigt. Die US-Regierung lehnt ab – zu groß die Angst vor Terrordrohungen. Die Iraner wiederum drohen mit Boykott, sollte ihre Flagge neben der israelischen wehen. Die Uhr tickt.
Wales nahm 1958 die Chance wahr und schrieb sich mit einem 17-jährigen Pelé ins Geschichtsbuch. Heute gibt es kein Pelé, nur ein Pokerspiel mit Atommacht und Fußball. Die Wette: Wer blinzelt zuerst, verliert Milliarden – und das Gesicht. Kick-off ist der 11. Juni 2026. Die Welt schaut zu. Und die FIFA zittert, dass der Ball diesmal nicht rollt, sondern explodiert.
