Wie larry ellison aus indian wells den fünften grand slam machte

Als Larry Ellison 2009 die Schlüssel für Indian Wells übernahm, war das Turnier so gut wie tot. Heute nennen die Spieler es Tennis-Paradies – und niemand spricht mehr von Shanghai.

100 Millionen dollar, 230 danach, zahlen sich aus

Der Oracle-Gründer kaufte damals nicht nur ein Stadion, sondern ein ganzes Problem. Die ATP hatte die Lizenz praktisch in der Tasche Richtung Asien wandern sehen. Ellison schob einen Scheck über die Theke und begann, die Wüste Kaliforniens in einen Staat umzuwandeln, in dem ausschließlich Tennis gilt. Neue Courts, ein 8.000 Quadratmeter großes Spieler-Lounge-Gebäude, ein 29-Court-Trainingslabyrinth – alles aus einer Hand, alles aus einer Obsession.

Die Spieler spüren es sofort. Kein Windzug, der die Bälle trägt, keine Warteschlange für die Physiotherapeuten, dafür ein Spa mit Salzwasserpool direkt neben dem Platz. Als Ergebnis küren sie Indian Wells seit Jahren zur liebsten Station außerhalb der vier Majors. Das war vor Ellison undenkbar.

Nadal schläft im gästehaus, sinner tankt neue bilder

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Rafael Nadal durfte schon in Ellisons Anwesen logieren – mit eigenem Court und Meerblick. Jannik Sinner nutzt die Woche, um gegen Carlos Alcaraz neue Signale zu senden. Beide wissen: Wer hier triumphieren kann, dem glaubt die Welt, dass er auch in Paris, London oder New York gewinnen wird. Das Turnier ist zum Frühwarnsystem für die Saison geworden.

Und hinter den Kulissen arbeitet bereits der nächste Ellison: Sohn David treibt über Skydance die Hollywood-Übernahme von Warner Bros. Discovery voran. Das Produktionsimperium soll künftig auch die Tennis-Streams veredeln. Wenn also Indian Wells bald als Serie auf dem Smartphone landet, ist das kein Zufall – sondern Teil eines Masterplans, der 2009 begann und noch lange nicht fertig ist.

Die Rechnung ist einfach: 330 Millionen Dollar Investition, ein Image, das kein Marketingbudget der Welt kaufen kann – und ein Turnier, das in diesem Jahr wieder die komplette Elite anlockt, als wäre es schon immer so gewesen.