Wetzlar klammert sich ans leben: historischer sieg im abstiegskampf!

Wetzlar hat sich ein Pfund Hoffnung verdient! Nach über fünf Monaten ohne Abstiegsplatz in der Handball-Bundesliga feierten die Mittelhessen einen umjubelten 33:29-Sieg gegen den Bergischen HC und atmeten spürbar auf. Ein 8:0-Lauf nach der Pause katapultierte die HSG zurück ins Rennen um den Klassenerhalt – und ließ die Arena der HSG beben.

Die achterbahnfahrt des spiels

Was für ein Spiel! Die Anfangsphase deutete auf eine weitere Demütigung im Abstiegskampf hin. Nach nur sieben Minuten lagen die Wetzlarer bereits mit 1:5 im Rückstand. „Wir kamen überhaupt nicht ins Spiel“, analysierte Trainer Rúnar Sigtryggsson die erschreckende Vorstellung seiner Mannschaft. Doch dann folgte die Wende. Ein beeindruckender 8:0-Lauf nach der Pause, angetrieben von einer neu formierten Rückraumreihe, brachte die Partie gehörig durcheinander. Die Defensive stabilisierte sich, die Torhüter, allen voran Andreas Palicka mit elf Paraden, hielten einen Mann stehen, und im Angriff präsentierte sich Josip Simic in Topform mit neun Treffern.

Der Bergische HC, der durch zwei Pokalspiele am vergangenen Wochenende angeschlagen war, fand keine Antwort mehr auf die aufbäumende HSG. Markus Pütz, der Coach der Gäste, sprach offen von einem „Blackout“ seiner Mannschaft. Die Wetzlarer nutzten die Erschöpfung des Gegners geschickt aus und machten ihrem Namen alle Ehre.

Die arena bebt – und wetzlar träumt

Die arena bebt – und wetzlar träumt

Die Freude im grün-weißen Lager kannte keine Grenzen. „Wenn die Halle da ist, macht das was mit uns“, jubelte Rückraumspieler Justin Müller im hr-Sport-Interview. Die Fans feierten ihre Mannschaft, die nun erstmals seit November 2025 nicht mehr in der Abstiegszone dümpelt. Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf betonte nach dem Spiel: „Genauso, wie wir am Sonntag aufgetreten sind, müssen wir weitermachen. Das wird der Schlüssel dafür sein, dass wir am Saisonende auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen.“

Doch die Mission ist noch lange nicht geglückt. Das Restprogramm mit Duellen gegen Kiel, Göppingen, Erlangen, Hamburg und den Tabellenführer Magdeburg stellt die Wetzlarer vor eine gewaltige Herausforderung. Die Chancen stehen gut, aber der Fokus muss jetzt auf dem nächsten Spiel liegen. Das Heimspiel am Samstag gegen den THW Kiel wird sicherlich ein weiterer Krimi – und ein weiterer Beweis, ob die Hoffnung auf Rettung im Handball-Bundesliga-Abstiegskampf wirklich begründet ist.