Werder fegt union mit 4:1 weg und entfacht den abstiegskrimi neu
Platz 13 statt 16 – und plötzlich sind die Bremer wieder jemandes Problem. Werder Bremen hat Union Berlin mit einer kalten Dusche begossen, die Hauptstädter mit 4:1 besiegt und damit die Abstiegszone in ein Tollhaus verwandelt. Die Elf von Daniel Thioune spielte 70 Minuten in Überzahl, verwandelte den Alten Försterei in eine grüne Partyzone und schickte den Gegner mit nur vier Punkten Polster auf den Relegationsplatz nach Hause.
Elfmeter, platzverweis, wende – alles in 17 minuten
Der Abend begann verheißungsvoll für Union. Derrick Köhn, letzte Saison noch Werder-Profi, verwandelte einen Foulelfmeter gegen seinen Ex-Klub. 75 Sekunden später flog Andras Schäfer mit Rot vom Platz, weil er Jens Stage mit offener Sohle umgepflügt hatte. Timo Gerach zückte konsequent Rot – und löste eine Kettenreaktion aus. Die Bremer brauchten zwölf Minuten, um Köhns Treffer zu vergessen. Olivier Deman ließ mit einem Schlenzer in den Winkel die Muskeln spielen, Jens Stage köpfte nach Ecke zum 2:1 ein. Die Gäste spielten sich in Rage, Union in die Katastrophe.
Nach der Pause wurde es noch bitterer für die Köpenicker. Marco Grüll nutzte ein Missverständnis zwischen Jeong und dem glücklosen Keeper, Patrice Covic schob in der Nachspielzeit den 4:1-Endstand nach. Die Kurve jubelte, das Berliner Publikum verstummte. Union blieb bei nur einem Sieg im Kalenderjahr 2026 stehen, Werder feierte die erste Liga-Doppelpack-Siegesserie der Saison.

Thioune lobt, stage jubelt – und mainz wird gebeten, sich warmzulaufen
„Eine Top-Leistung meiner Mannschaft“, sagte Daniel Thioune, der Coach, der in den vergangenen Wochen so oft wie ein Betriebswirtschaftler klang und nun plötzlich wie ein Fan. Jens Stage strahlte: „Tut unheimlich gut, das hatten wir uns lange herbeigesehnt.“ Die Statistik liefert den Satz nach: Werder erzielte vier Tore nach Standards, traf dreimal nach Ecken – und bewies, dass die Trainingsarbeit Früchte trägt, wenn man sich auf die Basics besinnt.
Die nächsten Gegner heißen Mainz und Wolfsburg – beide direkte Konkurrent im Abstiegskampf. Die Bremer haben die Chance, den Vorsprung auf Platz 16 auszubauen und Union noch tiefer in den Strudel zu ziehen. Die Berliner müssen nach Freiburg und München – ein Programm, das nach Entscheidung riecht. Werder hat den Knoten geplatzt, Union den Druck erhöht. Die Liga bekommt einen neuen Hauptdarsteller – und der trägt gerade grün-weiße Trikots.
