Werder bremen zündet play-off-fuse: sieg gegen mühlhausen würde tür zum finaleinzug weit aufstoßen

Nach vier Wochen Zwangspause tickt in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle der Countdown. Um 19 Uhr rollt der Ball wieder, und Werder Bremen kann mit einem Schlag die Play-off-Tür weit aufstoßen. Der Gegner: TTC Mühlhausen – kein Selbstläufer, aber die Bremer kalkulieren mit einem 12-Punkte-Polster auf Rang zwei.

Die pause war kein luxus, sondern ein kraftakt

Trainer Cristian Tamas redet nicht drum herum: „Unser Restprogramm ist echt schwer.“ Fünf Matches, davon vier gegen Teams aus der obersten Schublade – Dortmund, Düsseldorf, Saarbrücken, Fulda. Deshalb gilt schon heute: Wer zuletzt lacht, muss zuerst gewinnen. Die vierwöchige Atempause kam nach drei Spielen in sechs Tagen wie ein Sechser im Lotto. Die Akkus sind laut Tamas „komplett wieder voll“, und die Zahlen sprechen für sich: 13 Siegen in dieser Saison stehen nur drei Niederlagen gegenüber.

Der Matchplan ist klar. Tamas will „früh den Deckel auf die Play-offs machen“, und das ist kein bloßes Sprachbild. Bei einem Sieg hätte Werder acht Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Rang – ein Polster, das selbst ein kleiner Durchhänger in den letzten vier Saalbegegnungen nicht mehr rütteln dürfte.

Karlsson liefert den rückenwind, gerassimenko den schwung

Karlsson liefert den rückenwind, gerassimenko den schwung

Kapitän Mattias Karlsson – im Verband noch unter seinem alten Namen Falck gemeldet – reiste mit dem Turniersieg von Slowenien im Gepäck zurück. Drei Jahre hat er auf einen Titel gewartet, nun schwingt der Schwede wieder Selbstvertrauen. Partner an der Platte: Kirill Gerassimenko, seit sieben Jahren sein Dauer-Doppel in Bremen. Das Duo ist laut Statistik das erfolgreichste Paar der Liga, wenn es um direkte Duell-Punkte geht.

Mühlhausen hat die letzten beiden Auftritte verloren, kassierte dabei neun Einzel-Niederlagen in Folge. Die Zahlen sind laut, aber Tamas warnt: „Sie haben nichts zu verlieren.“ Genau das macht den Gegner gefährlich. Werder muss von Beginn an Tempo machen, darf sich keine Phase erlauben, in der die Nervosität an den Tischen zurückkehrt.

Die rechnung ist einfach: sieg heute, stress weg

Die rechnung ist einfach: sieg heute, stress weg

Die Bremer Fans haben den Saal längst ausverkauft, die Stimmung droht, die Hallendecke zu heben. Die Spieler spüren den Druck – und lieben ihn. „Wir wollen vor eigenem Publikum den Beweis antreten, dass wir nicht nur dabei sind, sondern mitmischen wollen“, sagt Karlsson. Die Statistik gibt ihm recht: In der Klaus-Dieter-Fischer-Halle kassierte Werder in dieser Saison noch keine einzige Niederlage.

Um 19 Uhr fällt der erste Aufschlag. Gewinnen die Bremer, könnte sich das Team schon morgen mit einem Bein im Viertelfinale sehen. Verlieren sie, beginnt ein Endspiel-Marathon, der bis zum letzten Matchtag brennt. Die Botschaft von Tamas ist klar: „Wir wollen den Deckel so früh wie möglich zuklappen – und der erste Verschluss heißt Mühlhausen.“