Werder bremen jagt nach heim-freude den ersten auswärtscoup in köpenick

Ein Sieg, 13 Niederlagen – und jetzt der nächste Anlauf, um endlich die rote Laterne abzugeben. Werder Bremen reist als zweitschwächstes Auswärtsteam der Liga nach Berlin, wo Union wartet, das schon wieder oben mitmischen will.

Daniel Thioune atmete nach dem 2:0 gegen Heidenheim erst einmal durch. Dann schraubte er den Anspruch nach oben. „Die Erleichterung war groß, aber die Erwartungshaltung und der Anspruch sind jetzt noch ein Stück weit größer“, sagt der Coach, der weiß: Ein einziger Sieg reicht nicht, um die Abstiegszone zu verlassen. Mit 16 Punkten hängt Werder weiter durch, drei Zähler fehlen bis zum rettenden Ufer.

Thioune warnt vor tempo der alten bekannten

In Köpenick erwartet ihn ein Kumpel – und zwei frühere Bremer. Steffen Baumgart sitzt seit Dezember auf der Union-Bank, Oliver Burke und Derrick Köhn laufen für die Eisernen auf. „Die beiden kennen unsere Abläufe, bringen viel Tempo mit und schalten schnell um“, warnt Thioune. Genau diese Umschaltmomente hatte Werder in dieser Saison noch nicht im Griff. Die Statistik ist gnadenlos: nur ein Auswärtssieg, 32 Gegentore, 13 Pleiten.

Die defensive Schippe gegen Heidenheim muss erneut her. Milos Veljković und Co. durften in dieser Woche an der Marschstraße Selbstvertrauen tanken, doch die Berliner laufen seit fünf Spielen ungeschlagen auf. Die letzte Heimniederlage gab es im November – gegen Bayern.

Milosevic fällt wohl aus – wer übernimmt?

Milosevic fällt wohl aus – wer übernimmt?

In der Offensive droht der nächste Rückschlag. Jovan Milosevic, Torschütze und Hoffnungsträger gegen Heidenheim, laboriert an einer Oberschenkelblessur. Fällt der 19-Jährige aus, rückt Marvin Ducksch wieder in die Mitte, Justin Njinmah oder Romano Schmid übernehmen die Flügel. Thioune hat gewarnt: „Wir können uns keinen Luxus erlauben, nur zu verteidigen.“

Um 17.30 Uhr geht’s los, DZN überträgt live. Für Werder zählt nur eins: endlich einen Auswärtserfolg landen, bevor der Abstand nach unten wieder größer wird. Die Hanseaten haben 13 Restspiele, das Tempo der Liga wartet nicht. In Köpenick steht nicht nur ein Klassen-Kumpel, sondern auch die Frage: Schafft Werder den Sprung aus der roten Zone – oder verpasst er den Anschluss endgültig?