Werder am abgrund: kann thioune die reissleine retten?

Bremer Herzen schlagen höher – und schneller. Werder Bremen steckt tiefer im Abstiegskampf als viele es für möglich gehalten hätten. Nach dem müden 1:2 gegen RB Leipzig steht die Uhr für die Grün-Weißen und die Frage ist drängender denn je: Kann Trainer Daniel Thioune die drohende Katastrophe noch abwenden oder wird Werder in die Relegation oder gar in die Zweite Bundesliga abrutschen?

Die verletzungsplage als damoklesschwert

Es ist ein Teufelskreis. Verletzungen reißen Löcher in die Mannschaft, Stammkräfte fallen aus und die Alternativen können den Ansprüchen nicht immer gerecht werden. Der kurzfristige Ausfall von Karim Coulibaly und das Schwindelproblem von Amos Pieper verdeutlichen die angespannte Situation im Defensivbereich. Und dann die bittere Nachricht: Keke Topp fällt langfristig aus. Die Personalmisere zwingt Thioune zu Improvisationen, die selten optimal verlaufen.

Transfer-fehlentscheidungen und interne kritik

Transfer-fehlentscheidungen und interne kritik

Doch nicht nur die Verletzungen belasten Werder. Sportchef Clemens Fritz steht zunehmend in der Kritik. Die Verpflichtung von Leihspieler Victor Boniface, der nach seiner Knieoperation kaum an seine frühere Form anknüpfen kann, wird als Fehltransfer gehandelt. Und dann die peinliche Verwechslungsgeschichte in der Transferabteilung, die für viel Gelächter sorgte. Weisers offene Kritik an der Personalpolitik, die er als „fahrlässig“ bezeichnete, schlug ein wie eine Bombe und zeugt von tief sitzender Unzufriedenheit im Verein.

Ein restprogramm, das nerven kostet

Ein restprogramm, das nerven kostet

Das Restprogramm ist alles andere als einfach. Am Sonntag geht es zum direkten Konkurrenten 1. FC Köln – ein brisantes Duell, das richtungsweisend sein könnte. Anschließend folgt das Nordderby gegen den HSV, ein Spiel, das über die Nerven der Fans entscheiden wird. Und dann noch die Auswärtspartien gegen Stuttgart, Hoffenheim und Dortmund. Ein echter Hexenkessel wartet auf Werder.

Hoffnungsschimmer durch die jugend

Hoffnungsschimmer durch die jugend

Trotz allem gibt es auch Lichtblicke. Die jungen Spieler zeigen immer wieder, was sie können. Patrice Covic traf sensationell gegen Leipzig, und Salim Musah belebte die Offensive mit seinem ersten Bundesliga-Tor. Thioune setzt zunehmend auf die Jugend, und diese zahlen mit Leidenschaft und Unbekümmertheit zurück.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für Werder Bremen. Die Spieler müssen alles geben, der Trainer muss die richtigen Entscheidungen treffen, und die Fans müssen hinter der Mannschaft stehen. Nur so kann der Abstieg vermieden und der Klassenerhalt gerettet werden. Die Zeit drängt, und die Reisseline liegt im Anschlag. Die Entscheidung wird auf dem Platz fallen – und sie wird dramatisch.