Wenn italien, schweden oder polen die wm verpassen: die große auslosung der letzten tickets

Die Endrunde 2026 wartet nicht. Wer jetzt nicht einsteigt, sitzt vier Jahre auf dem Trockenen. Drei Tage vor den europäischen Play-off-Finals könnte Italien, der viermalige Weltmeister, erneut draußen sein. Lewandowski, Ikone Polens, spielt um sein letztes WM-Turnier. Und in Bolivien rechnet eine ganze Nation gegen Surinam die Stunden herunter, seit 32 Jahren nicht mehr bei einer WM.

Die europäischen k.o.-gänge

Donnerstag, 20.45 Uhr MEZ, beginnt das Pokalfinale vor dem Finale. In der oberen Halbbracket trifft Italien auf Nordirland, im Parallelspiel Wales gegen Bosnien-Herzegowina. Die Italiener müssen zwei Siege in fünf Tagen holen, sonst bleibt der 2021er-Europameister zum dritten Mal in Folge Zuhause – ein historischer Tiefschlag für ein Land, das Fußball erfunden hat.

Weiter geht’s mit Polen gegen Albanien. Lewandowski flog nach Barcelona, um Fitnesseinheiten zu zimmern, weil der Saisonendspurt seine Oberschenkel zerrissen hat. Ohne ihn wäre Polens Angriff ein Offenen-Brief-Sender. In der anderen Semi duelliert sich die Ukraine mit Schweden. Ein Kriegsland gegen ein Land, das 2018 Viertelfinalist war – mehr Dramatik geht nicht.

Die Türkei, frisch gebackener Aufsteiger dank Arda Güler & Co., muss in Bukarest gegen Rumänien bestehen. Gewinnen sie, warten in einem wahren Endspiel entweder die Slowakei oder Kosovo. In Schlüssel D trifft Dänemark auf Nordmazedonien, Tschechien auf Irland. Klarheit herrscht nur bei Spanien: keiner der Play-off-Aufsteiger kann in ihre Gruppe rutschen, das Lospech bleibt den Iberern erspart.

Südamerika und die vergessenen wm-touristen

Südamerika und die vergessenen wm-touristen

Während Europa die Rampenlicht-Play-offs bestreitet, schickt Bolivien seine „Verde“ ins Rennen gegen Surinam. Das Spiel in La Paz ist mehr als ein Kick: es ist ein Referendum über 32 Jahre WM-Abstinenz. Gewinnt Bolivien, folgt ein Finale gegen den Irak – eine Reise, die 13.000 Kilometer Luftlinie sprengt und trotzdem für bolivianische Fans wie ein Heimspiel klingt, weil sie endlich wieder dabei sein wollen.

In der anderen interkontinentalen Halbfinale-Losung will Neukaledonien gegen Jamaika den ersten WM-Start eines pazifischen Inselstaats seit 2010 schaffen. Der Sieger trifft im Finale auf die DR Kongo. Die FIFA-Kasse freut sich: vier Nationen, null Tradition, riesige TV-Märkte.

Die Uhr tickt. Am 26. März um 23 Uhr spanischer Zeit rollt in La Paz der Ball, nur fünf Stunden später jubelt oder weint Neukaledonien. Am 27. März um 4 Uhr steht der letzte Finalist fest – dann ist das 48-Felder-Karussell komplett.

Spanien kennt bereits alle möchten Gegner, doch der Blick richtet sich automatisch nach Argentinien. Die Albiceleste wartet in Gruppe J. Ein Achtelfinalduell Spanien–Argentinien wäre der erste offizielle K.o.-Fight beider Nationen seit dem 6:1 von Madrid 1959. Die Finalissima wurde abgesagt, aber die Rechnung offen. Die FIFA plant, die Auslosung der K.-o.-Runde erst nach den Play-offs zu vollziehen – ein Schachzug, um Ratings zu maximieren.

Die letzten Tickets sind blankes Drama. Für Italien droht ein Katastrophenzyklus, für Polen das Karriereende eines Jahrhundertstürmers, für Bolivien die Erlösung von drei Jahrzehnten Leid. Wer am 27. März nicht dabei ist, kann nur zuschauen – und vier Jahre lang über verpasste Chancen reden.