Wendl und arlt holen siebten gesamtweltcup – karriereende rückt näher
- Ein triumph, der keine überraschung mehr war
- Platz drei reichte für die kristallkugel
- Wie fehler der konkurrenz den titel besiegelten
- Olympia-krönung in cortina – und jetzt noch ein weltcup-titel
- Das ende naht – aber noch nicht heute
- Auch bei den frauen ist die entscheidung gefallen
- Junges deutsches duo sorgt für aufsehen
Ein triumph, der keine überraschung mehr war
Es gibt Momente im Sport, die sich anfühlen wie die letzte Seite eines großartigen Buches. St. Moritz, Samstag, 28. Februar 2026 – und Tobias Wendl sowie Tobias Arlt schreiben erneut Geschichte. Deutschlands erfolgreichste Rodler im Doppelsitzer haben sich vorzeitig den Gesamtweltcup gesichert. Es ist ihr siebter Gesamtsiegseit der Saison 2010/2011 – eine Zahl, die für sich selbst spricht.

Platz drei reichte für die kristallkugel
Auf der legendären Natureisbahn in St. Moritz mussten sich die Bayern mit dem dritten Platz begnügen. Vor ihnen lagen die Olympiazweiten Thomas Steu und Wolfgang Kindl aus Österreich sowie das italienische Duo Ivan Nagler und Fabian Malleier. Und doch war dieser dritte Platz Gold wert – zumindest im Kampf um die begehrte Kristallkugel. Denn die ärgsten Verfolger Juri Gatt und Riccardo Schöpf aus Österreich warfen den Sieg durch einen folgenschweren Fehler im zweiten Lauf selbst weg und kamen nicht über Rang vier hinaus.

Wie fehler der konkurrenz den titel besiegelten
So ist das manchmal im Sport: Man muss nicht immer der Schnellste sein, um am Ende ganz oben zu stehen. Gatt und Schöpf hatten die Chance, den Titelkampf offen zu halten – doch ein einziger Fahrfehler im zweiten Durchgang kostete sie alles. Auf Platz fünf landeten die deutschen Rodler Toni Eggert und Florian Müller, die ebenfalls eine solide Leistung zeigten. Der Saisonabschluss findet am kommenden Wochenende im sächsischen Altenberg statt.
Olympia-krönung in cortina – und jetzt noch ein weltcup-titel
Was Wendl und Arlt in ihrer Karriere geleistet haben, ist schlicht außergewöhnlich. Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo gewannen sie mit der Teamstaffel ihr insgesamt siebtes Olympia-Gold – und überholten damit niemand Geringeres als Natalie Geisenberger als erfolgreichste deutsche Olympiateilnehmerin. Hinzu kam Bronze im Doppelsitzer. Bei der Schlussfeier der Winterspiele trugen die beiden stolz die deutsche Fahne ins Stadion.
- 7 Gesamtweltcup-Titel seit der Saison 2010/2011
- 7 Olympische Goldmedaillen insgesamt
- Bronze im Doppelsitzer bei Olympia 2026
- Fahnenträger bei der Schlussfeier in Cortina
- Erfolgreichste deutsche Olympia-Teilnehmer aller Zeiten
Das ende naht – aber noch nicht heute
Olympia war für die beiden Bayern zwar der letzte Auftritt auf der großen Weltbühne, aber noch nicht das Ende ihrer Karriere. Wendl und Arlt haben angekündigt, ihre aktive Laufbahn auf der Heimbahn am Königssee zu beenden – einem Ort, der für sie eine ganz besondere Bedeutung hat. Das Problem: Die Bahn befindet sich noch im Wiederaufbau. Wann genau der finale Vorhang fällt, bleibt also offen. Aber wenn es so weit ist, wird es ein würdiger Abschied sein.
Auch bei den frauen ist die entscheidung gefallen
Nicht nur bei den Männern, auch bei den Frauen ist der Gesamtsieg seit Samstag vergeben. Die Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp haben sich zum zweiten Mal in Folge zur Gesamtweltcup-Siegerin gekrönt – und das, obwohl sie sich in St. Moritz mit Platz fünf zufrieden geben mussten. Den Tagessieg holten die Olympiasiegerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer aus Italien.
Junges deutsches duo sorgt für aufsehen
Und dann war da noch eine Geschichte, die Hoffnung macht: Elisa-Marie Storch und Pauline Patz – zwei junge Deutsche, die noch nicht bei Olympia dabei waren – holten als Zweite das bereits zweite Weltcup-Podest in Folge. Das ist kein Zufall mehr, das ist ein Signal. Während die Ära Wendl und Arlt ihrem Ende entgegengeht, wächst im Hintergrund bereits die nächste Generation heran. Der deutsche Rodelsport hat also auch für die Zukunft allen Grund zur Freude.
| Platz | Duo | Nation |
|---|---|---|
| 1 | Thomas Steu / Wolfgang Kindl | Österreich |
| 2 | Ivan Nagler / Fabian Malleier | Italien |
| 3 | Tobias Wendl / Tobias Arlt | Deutschland |
| 4 | Juri Gatt / Riccardo Schöpf | Österreich |
| 5 | Toni Eggert / Florian Müller | Deutschland |
