Wembanyama wirft mvp-regelwerk raus: verteidigung zählt doppelt
Victor Wembanyama hat die Debatte über das MVP erstmals auf seine Weise beendet – mit einem Statement, das die Liga erschüttert. Nach dem 118:111 gegen Miami erklärte der Franzose, warum er sich selbst auf Platz eins sieht, und lieferte dabei eine Drei-Punkte-These ab, die die bisherige Bewertungslogik der NBA ad absurdum führt.
„Ich bin der dominierendeste Verteidiger der Liga“, sagte er und schob die Statistik hinterher: 103,5 Punkte pro 100 Possessions erlauben die Spurs mit ihm – zwei weniger als OKC, der beste Defensive der NBA. Der Haken: Er ist der einzige Nicht-Thunder-Spieler unter den Top-Six dieser Rangliste. Wemby liegt zudem auf Kurs, zum dritten Mal in Folge die Block-Krone zu holen – ein Rekord, den bisher nur Kareem, Eaton und Camby vier Mal schafften.
Head-to-head lügt nicht
Der zweite Punkt trifft den Favoriten Shai Gilgeous-Alexander mitten in den Playoff-Traum. „Wir haben drei Mal gegen OKC gewonnen, wenn beide Teams komplett waren, ein Mal auch mit Rotation“, so Wembanyama. Die Spurs liegen zwar drei Siege hinter den Thunder, aber der direkte Vergleich spricht eine klare Sprache: 3:1.
Dabei blendet Wembanyama die reine Punktausbeute aus. „Offensiver Impact ist nicht nur Scoren“, betont er und verweist auf seinen Plus/Minus-Wert von +7,2 pro Spiel – nur Shai liegt vor ihm. 24,3 Punkte, 11,2 Rebounds, 3,0 Assists und 3,0 Blocks sind Zahlen, die nur sechs Spieler in der Geschichte je erreicht haben. Kareem schaffte das fünf Mal, Hakeem zweimal, Shaq, Ewing und Robinson einmal. Wemby ist 20.

65-Spiele-marke wird zur nagelprobe
Doch selbst diese Zahlen nützen wenig, wenn die 65-Spiele-Grenze knallt. Wembanyama muss noch sieben der verbleibenden zehn Partien bestreiten, sonst fliegt er aus der Wertung. Die Spurs haben 22 der letzten 24 Spiele gewonnen – ein Sprint, der sie von der Lottery direkt in die Titeldiskussion katapultiert hat. Wenn Wemby durchhält, könnte die Liga ihr MVP-Regelwerk überdenken müssen. Denn bislang hat keiner der Favoriten eine ähnliche Zwei-Wege-Dominanz gezeigt.
Die Uhr tickt. Noch zehn Spiele, dann entscheidet sich, ob die NBA bereit ist, ihre Definition von Wert zu ändern.
