Wembanyama ballert spurs auf 9-serie – chicago sieht keine erde mehr
41 Punkte, 16 Boards, acht Minuten bis zum Double-Double: Victor Wembanyama verwandelte die United Center in einen persönlichen Freiluftlabor. Die Bulls? Spielzeug. Ergebnis: 129:114, Spurs-Sieg Nummer neun am Stück – und kein Ende in Sicht.
Der „alien“ landet früher als erwartet
Schon vor dem ersten Viertel hatte der Franzose zehn Körbe und ebenso viele Rebounds. Chicago wechselte Dreier-Block, Zone, Box-and-One – nutzlos. Wembanyama traf Fadeaways aus der Hälfte, versenkte Step-Backs vom Logo, blockierte den nächsten Fastbreak mit einem Finger. Die Zuschauer verstummten, dann applaudierten sie dem Gegner. So selten, so laut.
Die Spurs verwandeln sich gerade vom fragilen Rebuild-Projekt zur gefährlichsten Offensive des Westens. 57 Siege, 16 Niederlagen – nur Oklahoma City steht besser da. Letztere feierten parallel einen 47-Punkte-Abend von Shai Gilgeous-Alexander gegen Detroit, doch die Headlines gehören wieder Texas. Denn während die Thunder routieren, erfinden die Spurs sich neu: Um Wembanyama herum laufen vier Schützen, die Verteidigung schaltet von Switch zu Drop, und plötzlich wirkt ein Playoff-Run nicht mehr utopisch.

Doncic fehlt, james lacht trotzdem
Auch die Lakers schalteten durch. Ohne Luka Doncic schrubbten sie Washington 120:101 weg. LeBron James liest die Tabelle wie ein Comic: 21 Punkte, Triple-Double-Gefühl, 49 Siege. Die Meisterfrage lautet nicht mehr „Ob?“, sondern „Wann treffen wir auf San Antonio?“
Dennis Schröder durfte in Cleveland jubeln – 122:113 in Utah –, blieb dabei aber Statist: drei Punkte, vier Rebounds, drei Assists. Genug für den Sieg, nicht genug für die Schlagzeile. Die gehört heute einzig Wembanyama. Und der ist erst 22.
Die Bulls? Sie feuern Nebenhandlungstrainer John Ivey nach homophoben Bemerkungen. Die sportliche Hauptstory bleibt dieselbe: Gegner werden weggesägt, Tabellen gespalten. Wer die Spurs jetzt noch unterschätzt, verpasst den Zeitpunkt, an dem sich eine Dynastie neu schreibt.
