Wawrinkas abschied: tränen, respekt und ein letzter applaus in paris

Paris bebte Tränen und Ehrungen ab, als Stan Wawrinka, der dreifache Grand-Slam-Sieger, sich von den French Open verabschiedete. Ein sportlicher Abschied, der die Tenniswelt bewegt und den Beweis antreten lässt: Wawrinka gehört zu den größten Legenden des Spiels.

Die „glückshose“ bleibt im museum, der abschied im herzen

Die „glückshose“ bleibt im museum, der abschied im herzen

Die rot-weiß karierte Hose, einst Kultobjekt nach seinem Triumph 2015, fand sich erwartungsgemäß im Museum von Roland Garros wieder. Wawrinka selbst scherzte, ob er sie sich vielleicht noch „ausleihen“ dürfe, doch am Ende zählte nur der Respekt, den er sich in seiner Karriere erarbeitet hat. Gegen den jungen Niederländer Jesper de Jong verlor er zwar in der ersten Runde mit 3:6, 6:3, 3:6, 4:6, aber die Atmosphäre im Court Philippe-Chatrier war von tiefer Anerkennung geprägt.

Es ist schwer, diese Bilder zu sehen“, gestand ein sichtlich gerührter Wawrinka nach dem Match. Doch die Bilder waren überwältigend: Ein Video, das seine Karriere zusammenfasste, wurde gezeigt, und Grußbotschaften von Tennislegenden wie Roger Federer, Rafael Nadal, Jannik Sinner und Carlos Alcaraz überschlugen sich. Federer würdigte Wawrinkas „unglaublichen Beitrag zum Tennis“, während Nadal betonte, dass er „immer bewundernd auf Stan geblickt“ habe. Die Wertschätzung aus der ganzen Tenniswelt ist schlichtweg überwältigend.

Wawrinka hatte eigentlich gegen den französischen Hoffnungsträger Arthur Fils antreten sollen, doch dessen Hüftprobleme sorgten für ein etwas leichteres Los. Doch auch de Jong, der 25-jährige Niederländer, nutzte seine Chance und bewies, dass er in der Zukunft sicherlich noch für Furore sorgen wird. Wawrinka, der Nummer 113 der Welt, kämpfte verbissen, ließ seine formvollendete einhändige Rückhand immer wieder über das Netz segeln, doch de Jongs Fitness an diesem heißen Tag war einfach die entscheidende Komponente.

Seine Karriere, die 2002 begann, ist geprägt von außergewöhnlichen Erfolgen. Neben seinen drei Grand-Slam-Titeln – Australian Open 2014, French Open 2015 und US Open 2016 – gewann er 2008 in Peking Gold im Doppel an der Seite von Federer und 2014 den Davis Cup. Er drang in eine Ära ein, die von Federer, Nadal und Djokovic dominiert wurde, und schaffte es, sich mit eigenen, beeindruckenden Leistungen in die Geschichte einzurechen. Er war ein Kämpfer, ein Gentleman und ein wahrer Sportmann.

Ein ganz besonderer Dank gilt Rafael Jódar, dem Shootingstar aus Spanien, der im April seinen ersten Titel in Marrakesch gewann. Jódar präsentierte sich in beeindruckender Form und ließ dem US-Amerikaner Aleksandar Kovacevic beim 6:1, 6:0, 6:4 keine Chance. Ein vielversprechendes Debüt für den jungen Spanier auf einem Grand-Slam-Turnier.

Stan Wawrinka verabschiedet sich vom aktiven Tennis, hinterlässt aber eine unvergessliche Spur. Seine Leistungen, sein Charakter und sein Respekt für den Sport werden in Erinnerung bleiben. Die Tenniswelt verliert eine Legende, gewinnt aber dafür eine Ikone.