Walscheid schlägt roglic und katapultiert sich ins trikot-rennen

Max Walscheid hat Tirreno-Adriatico mit einem Klatschen eröffnet – 26 Sekunden hinter Filippo Ganna, aber light-years vor Primoz Roglic. Der Heidelbergers dritter Rang beim 11,5-km-Auftakt-Aufriss in Lido di Camaiore ist kein Nebensatz, sondern ein Statement. Ein deutsches Statement.

Ganna bleibt ganna – aber der deutsche bleibt dran

Der Italiener und Vorjahressieger der ersten Etappe stoppte die Uhr nach 12:54 Minuten, Teamkollege Thymen Arensman rutschte auf Rang zwei. Doch die Zahl, die in der deutschen WhatsApp-Gruppe kursiert: 26 Sekunden. So viel fehlte Walscheid auf dem geradlinigen Küstenkurs – und so viel fehlte Roglic, um überhaupt in die Nähe des deutschen Trek-Piloten zu kommen. Isaac del Torro, Mexikos Pogacar-Erbe, guckte ebenfalls in die Röhre.

Die Konsequenz: Walscheid fährt morgen im Azurblauen Trikot der Bestgesternen, die Maglia Azzurra des schnellsten Nicht-GC-Mannes. Ein Luxus, den sich deutsche Sprinter seit Tony Martin nicht mehr gegönnt haben.

Deutschland-flagge im windschatten der favoriten

Deutschland-flagge im windschatten der favoriten

Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché), John Degenkolb (Picnic-PostNL) und Hannes Wilksch (Tudor) starteten ebenfalls – und verschwanden im Niemandsland der Chronometer-Küche. Nur Degenkolb schaffte es noch unter die Top 60, Platz 56. Kein Vergleich zum Klingeln von Walscheids Kassette. Die Botschaft: Ein deutscher Fahrer reicht, wenn er die richtige Adresse hat.

Dienstag folgt die Schotter-Prüfung. 206 Kilometer von Camaiore nach San Gimignano, 1,5 Kilometer Kopfstein-Piste vor dem Ziel. Wer dort die Spur verliert, verliert auch die Hoffnung auf das Gesamtklassement. Walscheid wird nicht der Mann in Rosa, aber er könnte der Mann sein, der Tirredo-Blau trägt, bis das Meer wieder in Sicht kommt.