Wac versinkt im tiefschlaf: null punkte 2026, spieler träumen vom siebenten
Der Lavanttal-Stall brennt. Wolfsberger AC verliert 0:2 beim GAK, kassiert die fünfte Pleite aus den letzten sieben Pflichtspielen und schaut von Platz acht bereits auf den Abstiegstreck zu. Die Spieler reden von „Kampf“, doch was sie zeigen, ist ein Freitagabend-Spaziergang durch die eigene Schneise.
„Wir haben keine leidenschaft“ – wimmer zerreißt die kabine
Defensivmann Nicolas Wimmerschlägt nach dem Schlusspfiff die Hände über dem Kopf zusammen. Im Sky-Mikro zischt er: „Ein paar geben zu wenig Gas. Sie begreifen nicht, worum es geht: Abstiegskampf, nicht locker-lässig Siebter werden.“ Der Satz ist ein Seitenhieb gegen jene, die sich im Winter noch mit Europacup-Gehältern einbilden ließen.
Die Zahlen sind längst kein Warnschuss mehr, sondern Volltreffer. Seit Jahresbeginn holte der amtierende Cupsieger zwei Punkte aus sieben Spielen. Der Vorsprung auf das Schlusslicht Blau-Weiß Linz: magere sechs Zähler. Beim nächsten Rutsch landet der WAC in der echten Krisenzone, wo der Grazer AK ihn bereits erwartet.

Atalan fordert offene revolte in der kabine
Coach Ismail Atalan spricht mit heiserer Stimme, die Krawatte sitzt schief. „Einsatz ist nicht verhandelbar“, donnert er. „Wir sind Motivationshelfer, keine Motivatoren.“ Und dann der Satz, der durchs Lavanttal rollt: „Manchmal würde ich mir wünschen, dass in der Kabine gefetzt wird. Totenstille ist das Schlimmste.“
Die erste Halbzeit in Graz war ein Lehrstück kollektiver Apathie. 25 Minuten lang stellte der WAC keine einzige klare Zweikampfsituation her, GAK-Kapitän Stückler konnte Tee trinken, bevor er das 2:0 vorbereitete. Atalan zog bereits beim Pausenpfiff die Notbremse, wechselte doppelt – vergeblich.
Nun steht Altach am Samstag auf dem Programm, Tabellenführer der Qualigruppe, auswärts. Die Elf, die 2026 noch kein Spiel gewann, muss plötzlich in Vorarlberg punkten, sonst wird die Totenstille in der Kabine endgültig zum Todesstoß.
