Mit 15 jahren zum profi: jakob gauglhofer unterschreibt beim fc liefering
Jakob Gauglhofer spielte gestern noch mit der U16, heute unterschreibt er seinen ersten Profivertrag. Der FC Liefering sichert sich die Dienste des 15-jährigen Shooting-Stars und verpflichtet damit das größte österreichische Talent seit Marcel Sabitzer.
Der junge, der das spiel verlangsamen kann
Bernhard Seonbuchner kennt die Zahlen. 127 Tore in 89 Nachwuchsspielen, sieben Länderspiele für die U16, drei direkt vorbereitete Treffer beim letzten Turnier in Slowenien. „Jakob spielt Fußball, als hätte er Zeitlupe eingeschaltet“, schwärmt der Sportdirektor des FC Liefering. „Er sieht Lücken, bevor sie entstehen.“
Der Salzburger ist seit der U7 beim Klub, durchlief jede Altersstufe und ließ dabei Konkurrenten wie Yasin Türker (jetzt Rapid) oder Can Ilkhan (Bayern München) hinter sich. Das Geheimnis: ein linkes Fußgelenk aus Gummi und ein Bewegungsgedächtnis, das selbst Co-Trainer Thomas Letsch als „unheimlich“ bezeichnete. Bei einem Testspiel gegen die U18 von Dinamo Zagreb dribbelte Gauglhofer in 23 Minuten sieben Gegner aus – und traf anschließend aus 22 Metern ins Kreuzeck.

Red bulls neues goldstück kommt aus der eigenen schmiede
Die Vertragsunterlagen liegen TSV Pelkum Sportwelt vor. Laufzeit: bis 2027, mit Option auf zwei weitere Jahre. Gehalt: nicht genannt, aber laut Insidern in der Region dessen, was ein durchschnittlicher Zweitliga-Stürmer verdient. Die Ablöse: null Euro. Dafür investiert der Klub in persönliche Betreuung: eigenes Athletik-Programm, Mental-Coach, eigene Wohnung in der Akademie-Siedlung.
Loic F., ehemaliger Mitspieler und heute bei der U17, erzählt: „Nach dem Training fragt er immer, ob wir noch Zehnminütiger machen. Er hasst es, zu verlieren. Selbst beim Tischkicker.“ Das passt zur Philosophie von Red Bull: Früh binden, früh fördern, früh verkaufen. Beispiel Karim Adeyemi: Vertrag mit 16, Leihe nach Liefering, Transfer 27 Millionen Euro nach Dortmund.
Die nächsten Schritte stehen fest. In zwei Wochen trainiert Gauglhofer erstmals mit der Profimannschaft mit. Debüt in der 2. Liga? „Wenn er körperlich bereit ist, warum nicht?“, sagt Seonbuchner. „Wir werden ihn nicht überfordern, aber wir werden ihn auch nicht bremsen.“
Die Konkurrenz schon jetzt gewarnt. In der Akademie spricht man vom „Gauglhofer-Effekt“: Seit seinem Aufstieg sind die Trainingseinheiten voller, die Zuschauerzahlen der U19 gestiegen. Ein 15-Jähriger als Magnet.
Das Dokument ist unterschrieben, die Zukunft kann kommen. Jakob Gauglhofer bleibt zu Hause – und wird trotzdem zur Weltklasse führen.
