Vw droht gewinneinbruch, vfl droht liga-absturz – benaglio bleibt cool
Die Wolfsburger stecken auf Platz 17 fest, die Aktionäre zittern über Quartalszahlen – und Diego Benaglio lacht. „Volkswagen steht voll hinter dem VfL, der Fußball gehört zum Konzern“, sagt der frühere Nationaltorhüter, heute Aufsichtsrat des Klubs. Eine Ansage, die bei vielen Fans erst mal die Rückwärtsgang-Erinnerung wachklingeln lässt.

Warum blumes spar-bombe nicht automatisch den liga-absturz bedeutet
VW-Chef Oliver Blume hatte im RTL/ntv-Interview von „Optimierungen“ gesprochen, „am Saisonende alles auf den Prüfstand“ stellen. Sparsturm? Nein, sagt Benaglio, sondern Hausputz nach einer Saison, in der der VfL 26 Spieltage lang mehr Fallhöhe als Selbstvertrauen zeigte. Die Handschrift von Retter-Coach Dieter Hecking sei beim 1:1 in Hoffenheim schon sichtbar gewesen: „Defensiv stabiler, mehr Ruhe, Erfahrung.“
Die Botschaft an die Mannschaft klingt wie aus einer Lautsprecherwand: „Wagenburg-Mentalität.“ Viele Fußball-Deutschland wolle Wolfsburg in Liga zwei verbannen – „jetzt erst recht“. Die Parole kommt nicht von irgendwo: 2009 feierte Benaglio mit dem VfL die Meisterschaft, 2015 den Pokalsieg. Er kennt die Geschmeidigkeit von Erfolg und die Schärfe des Abstiegs.
Dass VW trotz Milliardenverlusten den Stecker nicht zieht, untermauert Benaglio mit einem simplen Rechenexempel: Die Marke VfL liefert dem Konzern Sichtbarkeit, Standort-Treue und ein Millionenpublikum am Wochenende. Für einen Autobauer, der gerade seine Elektro-Offensive fährt, ist das kaum verzichtbares Marketing. Kurz: Wer Wolfsburg beerdigt, beschädigt sich selbst.
Am 30. Spieltag empfängt der VfL den 1. FC Köln – ein Sechspunkte-Duell im wahrsten Sinn. Die Arena wird wieder ein Kessel, und Benaglio wird wieder Ruhe predigen. Denn wenn der Klub runter muss, wäre das nicht nur sportlich ein Schock, sondern auch ein Imageschaden für VW. Die Rechnung ist simpel: Klassenerhalt = Konzernbonus. Wer spart, spart sich tot – und das wissen selbst Aufsichtsräte, die einst Elfmeter hielten.
