Vuskovic rastet aus: hsv verliert drama gegen leverkusen

Der Volksparkstadion kannte in der Nachspielzeit kein Erbarmen. Luka Vuskovic stand frei vor dem Tor, scheiterte an Janis Blaswich, köpfte den Abpraller aus zwei Metern an die Latte – und der HSV verlor das Nachholspiel gegen Bayer Leverkusen mit 0:1. Was danach folgte, war purer, ungefilterter Fußballfrust: Der Kroate trat gegen den Pfosten, dann gegen ein Werbeschild, zog sich die Schuhe aus und warf sie Richtung Auswechselbank. Eine Szene, die man so schnell nicht vergisst.

Ein tor, das reichte – und eine werkself, die zitterte

Christian Kofane hatte die Gäste in der 73. Minute in Führung gebracht, in einem Spiel, das über weite Strecken wenig Glanz versprühte. Leverkusen war nicht dominant, nicht berauschend – aber effizient genug. Die Rheinländer mussten auf ihren TorjägerPatrik Schick verzichten, der wegen muskulärer Probleme passen musste, und man merkte dem Angriffsspiel der Werkself diesen Ausfall deutlich an.

Dabei hatte die Partie durchaus vielversprechend begonnen. Der erst 18 Jahre alte Startelfdebütant Montrell Culbreath köpfte früh gefährlich (8.), Martin Terrier nagelte einen Direktschuss an den Querbalken (13.). Der HSV wurde in die eigene Hälfte gedrückt, hatte Mühe, überhaupt Luft zu schnappen. Ein Elfmeter hätte die Führung für Leverkusen bedeuten können – doch der VAR korrigierte auf Freistoß. Nichts kam dabei heraus.

Das spiel, das 50 tage auf eis lag

Das spiel, das 50 tage auf eis lag

Man muss den Kontext kennen, um das Ganze einordnen zu können. Diese Partie hätte längst gespielt sein sollen. 50 Tage hatte sie auf Eis gelegen, verschoben wegen schwerem Frost und ernsthafter Sicherheitsbedenken. Zwei Mannschaften, die beide mit einem schlechten Ergebnis vom Wochenende kamen: Der HSV hatte zuhause gegen Leipzig mit 1:2 verloren, Leverkusen war gegen Mainz nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Beide wollten liefern. Beide taten es – zumindest phasenweise.

HSV-Trainer Polzin hatte vorab von Energie gesprochen, den Druck der Tabellensituation von sich gewiesen. Sein Team zeigte Moral, kämpfte, versuchte über Nicolai Remberg Nadelstiche zu setzen. Aber die Abwehr wackelte zu oft, die Abstimmung fehlte in entscheidenden Momenten. Und dann kam Kofane.

Vuskovics momente, die den unterschied hätten machen sollen

Tief in der Nachspielzeit – 90.+8 Minute – bekam Vuskovic seine Chance. Freistehend. Aus kürzester Distanz. Blaswich hielt. Der Abpraller kam zurück, Vuskovic köpfte aus zwei Metern – Latte. Der Ausgleich, der eigentlich schon in der Luft lag, blieb aus. Hamburg schwieg. Dann explodierte Vuskovic.

Für den HSV ist es eine Niederlage, die schmerzt – nicht nur wegen der Tabelle, sondern wegen der Art und Weise. Wer so nah am Ausgleich ist und ihn trotzdem nicht macht, trägt das noch lange mit sich. Vuskovic' Schuhe flogen durch den Hamburger Abend. Irgendwo zwischen Pfosten und Werbebande blieb die Hoffnung auf Punkte liegen.