Vom jahrhundert-talent beim bvb zum flensburg-ersatz: marian sarrs bewegtes comeback
Mit 18 lief er für Jürgen Klopp in der Champions League auf, mit 31 kämpft er in der Regionalliga um Einsatzzeiten. Marian Sarr sitzt beim Viertligisten Flensburg auf der Bank – und trotzdem strahlt er. „Ich bin wieder topfit und warte auf meine Chance“, sagt der Mann, der einst als „Jahrhunderttalent“ gehandelt wurde.
Verletzung warf ihn zurück
Der Abwehrspieler wechselte 2022 nach Schleswig-Holstein, verletzte sich aber im ersten Pflichtspiel schwer. Zwei Operationen am Sprunggelenk folgten. „Das hat mich natürlich zurückgeworfen“, gesteht Sarr. Sein Vertrag läuft im Sommer aus – doch Schluss soll das nicht sein. „Ich habe nach wie vor großen Spaß am Fußball und kann mir gut vorstellen, noch einige Jahre zu spielen.“
Den BVB-Traum von damen hat er abgehakt, nicht aber den vom Ruhrgebiet. „Für mich wäre ein Verein dort natürlich schön. Meine Partnerin lebt in Essen.“ Gleichzeitig plant er schon den nächsten Schritt: den Trainerschein. „Im Jugendbereich möchte ich erste Erfahrungen als Co-Trainer sammeln. Das Arbeiten mit jungen Spielern macht mir Spaß.“

Absage nach norwegen bereut er nicht
Ein Weg, der nie begann, beschäftigt ihn dennoch. 2015 lehnte er ein Angebot von Bodø/Glimt ab. „Die Entfernung zur Heimat war mir damals zu groß“, sagt Sarr. Heute sieht er die norwegischen Spitzenreiter in der Champions League und fragt sich: „Was wäre, wenn?“ Dom Quälgeist verneint er: „Solche Entscheidungen gehören dazu.“
Den Druck, den er als 18-Jähriger beim BVB nicht aushielt, will er heute in Impulse verwandeln. „Ich kann jungen Spielern zeigen, wie man mit Fehlern umgeht“, sagt er. Denn eines hat er gelernt: „Der Fußball vergisst nie – aber er verzeiht manchmal.“
