Volley-dominanz: perugia auf dem weg zur weltspitze?
Perugia hat den Grundstein für eine neue Ära im europäischen Volleyball gelegt. Mit dem dritten Scudetto in der Tasche und dem Einzug ins Champions-League-Finale demonstriert das Team von Trainer Lorenzo Bernardi eine beeindruckende Konstanz und Qualität, die weit über die italienischen Landesgrenzen hinaus strahlt. Doch was bedeutet dieser Erfolg für die Zukunft des italienischen Volleyballs und welche Pläne verfolgt der Verband, um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben?
Ein blick zurück: rekordbesucherzahlen und steigendes tv-interesse
Die vergangene Saison war sportlich wie wirtschaftlich ein voller Erfolg für die Superlega. Die Zuschauerzahlen erreichten mit 394.815 Besuchern in der regulären Saison und einem Durchschnitt von 3.000 Zuschauern pro Partie den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Auch das Interesse am Fernsehen stieg deutlich an – von 9,7 Millionen Zuschauern in der Saison 2021/22 auf 13,2 Millionen in der Saison 2023/24. Diese Zahlen sprechen für sich: Der italienische Volleyball ist auf dem besten Weg, zu einem Massenphänomen zu werden.
Liga-Präsident Massimo Righi blickt zufrieden auf die abgelaufene Saison zurück. „Wir sind am Limit“, sagt er. „Die Hallen sind oft ausverkauft, die Zuschauerzahlen können nur noch marginal gesteigert werden, und auch die TV-Quoten haben ihren Höhepunkt erreicht. Die Dimension des italienischen Marktes ist eben begrenzt.“

Globale ambitionen: partnerschaft mit japan und auslandsspiele
Doch Righi schaut bereits weiter. Die Superlega strebt eine internationale Expansion an. Der zehnjährige Vertrag mit Volleyball World, einer Plattform, die von der FIVB und CVC Capital Partners gegründet wurde, soll dabei helfen. „Wir sind extrem zufrieden mit der Qualität der TV-Produktion“, erklärt Righi. „Und wir arbeiten an neuen Initiativen, die wir Ende Juni vorstellen werden. Unser Ziel ist es, auch im Bereich Handel und Events international Fuß zu fassen und Unternehmen von Weltrang zu gewinnen.“
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Partnerschaft mit der japanischen Volleyballliga (SV League). „Sie sehen uns als Vorbild“, so Righi. „Sie wollen von unseren Erfahrungen profitieren und uns übertreffen.“ Die Liga hat bereits ein Abkommen mit der japanischen Liga geschlossen, das den gegenseitigen Austausch von Know-how und die Organisation gemeinsamer Wettbewerbe vorsieht. Besonders interessant ist dabei das japanische Publikum, das zu 80 Prozent aus Frauen besteht – ein strategisch wichtiger Markt für die Sponsoren der Superlega.
Das ehrgeizigste Ziel: Die Superlega träumt davon, in Zukunft regelmäßig in anderen Ländern zu spielen. „Wir haben es bereits in Saudi-Arabien versucht und sondieren derzeit weitere Märkte, vom Nordamerika bis China. Am vielversprechendsten ist die Zusammenarbeit mit Japan, bei der wir im Jahr 2027 einen Durchbruch erzielen wollen.“

Format-diskussion und zukunftsperspektiven
Auch das Format der Superlega soll überdacht werden. Es gibt Überlegungen, die Anzahl der Mannschaften von 12 auf 14 zu erhöhen. „Wir müssen uns mit der FIVB abstimmen, die den internationalen Kalender nach den Olympischen Spielen in Los Angeles überarbeitet“, erklärt Righi. „Wenn wir im Gegenzug für die Verlagerung der Weltmeisterschaften von September auf Januar/Dezember einen zusätzlichen Monat für die Liga gewinnen können, könnte sich die Erweiterung lohnen.“
Die Erfolge von Perugia und der wachsenden Popularität des italienischen Volleyballs zeigen, dass die Superlega auf dem richtigen Weg ist. Mit einer klaren Strategie, internationalen Partnerschaften und dem Willen zur Innovation kann die Liga ihre Position als eine der besten der Welt weiter festigen und den Volleyball in Italien und darüber hinaus weiter voranbringen. Die Zukunft des italienischen Volleyballs sieht rosig aus – solange die Teams ihre Erfolgsgeheimnisse weiter an die Welt teilen.
