Volley goats kassieren dämpfer in düren – rettung kommt von der lizenzfusion

Die cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland haben in der Powervolleys-Arena einen Satz gewonnen: den moralischen. Beim 0:3 in Düren (18:25, 22:25, 23:25) präsentierten sich die Hallenser als tapferer, aber letztlich harmloser Gast – und rutschen dank einer Lizenzrettung trotzdem nicht ab.

Thielemanns mannschaft findet keine antwort auf dürens druck

Schon nach acht Minuten stand es 3:10. Lukas Thielemann, der Interimscoach, schlug die Hände über dem Kopf zusammen, doch die Punkte rutschten weiter Richtung Rheinland. Die Block-Statistik sprach Bände: vier erfolgreiche Aktionen auf Seiten der Gastgeber, null bei den Goats. „Wir haben den ersten Satz verschlafen, im zweiten aufgewacht, aber nie die Führung übernommen“, sagte Thielemann nach dem Spiel. Sein Blick wanderte zur Anzeigetafel, wo die 22:23 im dritten Satz wie ein Vorspiegelungs-Märchen wirkte.

Die Powervolleys spielten das, was die Liga seit Jahren kennt: schnelles Zuspiel, aggressive Aufschläge, ein Zentimeter-Block, der die Außenangreifer der Goats in die Tiefe drückt. Dürens Diagonalangreifer Ole-Pascal Krolis schraubte sich auf 19 Punkte, während Top-Scorer der Gäste, Moritz Reichert, auf 12 blieb. Die Quoten: 48 % Angriffserfolg für Düren, 38 % für Mitteldeutschland. Die Zahlen lügen nicht.

Tabellenkeller bleibt, abstieg nicht – das drama der liga

Tabellenkeller bleibt, abstieg nicht – das drama der liga

Die Niederlage lässt die Volley Goats auf Platz 11, nur zwei Zähler vor dem letzten Rang. Doch die Liga schrumpft: SVG Lüneburg und SSC Berlin fusionieren, die Lizenz für 2026/27 entfällt. Konsequenz: kein direkter Absteiger. Die Rettung kommt nicht vom Feld, sondern vom Papier. „Wir haben sportlich nichts gerettet, wir wurden gerettet“, sagte Kapitän Paul Kortmann mit verbitterter Miene. Die Saison endet für die Goats damit als Schaulaufen ohne Strafe – aber auch ohne Selbstwirksamkeit.

Für Thielemann bleibt die Frage, ob seine Interimsrolle verlängert wird. Der 34-Jährige übernahm nach der Trennung von Stefan Hübner sieben Spiele vor Schluss, holte daraus nur einen Dreier. Die Vereinsführung will sich vor Saisonende entscheiden. „Wir müssen analysieren, warum die Mannschaft in Phasen komplett abtaucht“, sagt Sportdirektor Maik Löwe. Die Antwort liegt in den Aufschlag-Reihen, in den Block-Positionen – und im Kopf.

Am 22. März empfangen die Goats die SWD Powervolleys zur Revanche. Dann steht nichts mehr auf dem Spiel außer der Stolz. Für die Fans, für die Region – und für einen Trainer, der beweisen muss, dass sein Team nicht nur vom Abstiegssog verschont blieb, sondern sich auch sportlich befreien kann. Die Saison ist gerettet, die Seele noch nicht.