17-Jähriger antonelli rast in saudi-arabien zur pole – mercedes’ baby-protz läsft die konkurrenz alt aussehen
Andrea Kimi Antonelli hat in Jeddah Geschichte geschrieben. Mit 17 Jahren und 308 Tagen ist der Blondschopf aus Bologna der jüngste Pole-Sitter, den die Formel 1 je gesehen hat. Die Uhr stand auf 1:27,866 min – eine Zeit, die selbst Verstappen und Leclerc erst mal verdauen müssen.
Wolffs wunderkind ist kein zufall
Die Story beginnt in einer Mietgarage hinter dem Autohof Hockenheim. Dort schraubte Vater Marco an einem Kart, während Kimi – noch keine Schulbank hoch genug – die Reifenwuchtgewichte sortierte. „Er hat mit sechs Jahren das Drehmoment angegeben“, sagt der Senior heute lachend. Was wie ein Klischee klingt, ist Programm: Antonelli lernte vor dem ABC das Motorenmanagement kennen.
Toto Wolff entdeckte den Jungen 2020 bei einem virtuellen Kart-Cup, schickte ihm am nächsten Tag einen Mercedes-Overall per Kurier – und adoptierte ihn formelweise. „Ich brauche keine DNA, ich habe Kimi“, zitiert Insider den Österreicher nach internen Meetings. Seitdem fließt Geld, aber auch Druck. Die Ingenieure durften den Teenager nicht nur in der Simulator-Kapsel, sondern auch in der Mathe-Nachhilfe betreuen; sonst hätte er die Super-Lizenz verpasst.

Der name ist programm – nur nicht der, den alle denken
Klingt nach Hommage an Kimi Räikkönen, ist es aber nicht. Enrico Bertaggia, einstiger Formel-3-Rebell und Kumpel von Papa Marco, fand „Kimi“ klinge einfach „international genug für die Startnummernschilder“. Der echte Iceman selbst schickte nach der Pole gestern Nacht eine WhatsApp-Spruchnachricht: „Cool, Kid. Lass den Asphalt schmelzen.“ Antonelli speicherte sie als Klingelton.
Die Parallelen enden nicht beim Namen. Wie Räikkönen hasst Smalltalk, schaltet nach Rennen auf Sparflamme und lässt die Emotionen nur in der Box ab. Teamkollege Russell erzählte, dass Antonelli nach seinem ersten Test in Silverstone nur drei Worte gesagt habe: „Auto schnell. Ich zurück.“ Dann verschwand er im Truck, um Jordan-Dokus zu streamen – Michael, nicht Lewis.
Patent-panne und der mythos nummer 12
Erstaunlich: Der Shooting-Star besitzt noch keinen Straßenführerschein. In Italien darf man den erst mit 18 machen – ein Formel-1-Superlizenz reicht dagegen schon mit 17. Also chauffiert ihn der Mercedes-Bus zum Circuit, während Freunde mit dem Aventador durch Modena cruisen. Ironie der Sportwelt: 320 km/h auf der Autobahn erlaubt, 50 km/h zur Schule verboten.
Startnummer 12? Kein Zufall. Ayrton Senna fuhr 1993 in Donington sein legendäres erste-Lap-Meisterwerk – mit Takt 12 auf der Karosserie. Antonelli, damals minus 28 Jahre alt, schaut sich das Video vor jedem Quali an. „Ich will nicht der neue Senna sein“, sagt er, „ich will der erste Antonelli.“ Der Sponsor Prada bastelt bereits an einer Capsule-Collection: „Kimi“ in Lackschrift, darunter ein kleiner, grüner Kaktus – sein Lieblings-Emoji, weil er „nicht redet, nur sticht“.
Morgen startet er von der Pole. Mercedes hat schon mal den Sektempferd gekühlt, doch der Bub will nach dem Ziel nur eins: „Zurück in die Garage, Handy aus, Pizza vom Holzofen.“ Dann telefoniert er mit Mutter Monia – und bestellt den Fahrlehrer. Die Super-Lizenz reicht fürs Podium, aber nicht für die Heimfahrt.
