Popp wirft schlachthof-wolfsburg hin – richtung bvb?
14 Jahre, 255 Tore, zwölf Titel – und jetzt die emotionale Abrissbirne: Alexandra Popp verlässt den VfL Wolfsburg nach dieser Saison. Die 33-Jährige, die seit 2011 das Gesicht der „Wölfinnen“ war, bekommt keinen neuen Vertrag. Der Klub twitterte ein tränenreiches „Danke für 14 unvergessliche Jahre“, die Fans reagieren zwischen Dumpfen und offenem Mund.
Kein angebot, keine einigung, keine gnade
Intern hieß es noch im Winter, Popp solle „mindestens ein weiteres Jahr“ die Kabine führen. Doch der neue Vorstand um Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindelmeser schwenkte auf einen Generationswechsel um. Popp wollte 2026 noch mal angreifen, der VfL bot nur ein halbes Jahr plus Option – ein Schlag ins Gesicht für die Kapitänin, die sich nach ihrer Kreuzband-Pause 2022 gerade erst wieder in Bestform gekämpft hatte.
Die Zahlen sind schonungslos: 2023/24 lief sie in 21 Liga-Spielen auf, erzielte acht Tore, legte sieben auf. Keine Wolfsburgerin schoss öfter von außerhalb des Strafraums (4 Treffer), keine gewann mehr Kopfballduelle (68 %). Trotzdem setzt der Klub auf Jule Brand (21) und Lena Lattwein (25) als neue Führungsfiguren. „Wir danken Alex, aber wir blicken nach vorn“, sagte Schindelmeser am Samstag – kühler Wind in der Autostadt.

Ralf kellermann zieht sie nach dortmund – regionalliga statt champions league
Der Knaller: Wenige Tage vor Popp-Aus trat Ralf Kellermann, Ex-Wolfsburg-Manager und Erfolgsgarant, beim BVB an. Er wird ab Sommer Sportdirektor der Dortmunder Frauen. Die Verbindung ist kein Geheimnis mehr: Kellermann und Popp verbinden 13 gemeinsame Titel. Beide pflegen ein „Vertrauen auf Klopfen-Niveau“, wie es intern heißt. Der BVB, 2021 gegründet, spielt noch in der Regionalliga West, will aber 2026/27 in die Bundesliga. Popp wäre das Aushängeschild, das Ticket für Sponsoren und TV-Gelder.
Die Frage lautet nicht mehr „ob“, sondern „wann“ sie unterschreibt. In Dortmund kursiert schon ein Spitzname: „Popp-Effect“. Die Arena an der Strobelallee soll auf 5.000 Plätze erweitert werden, der Etat verdoppelt sich auf 3 Millionen Euro. Für Popp bricht ein neues Kapitel auf, für Wolfsburg eine Ära zusammen. Die letzten Monate werden zur Selbstfindung: Titel oder Tränen – Alex will „dieser besonderen Karriere einen würdigen Abschied bereiten“. Der Countdown läuft, die Wölfinnen heulen leiser.
