Volksparkstadion erwartet 30.000 fans: hsv will bayern-frauen stürzen

Im Volksparkstadion riecht es nach Sensation. 30.000 Zuschauer werden erwartet, wenn der HSV heute gegen den FC Bayern München antritt – ein David-gegen-Goliath-Duell, das selbst die Pokalhistorie der Frauen neu schreiben könnte.

Bayern reist als favorit, aber ohne top-torjägerin

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Tabellenführer gegen Zwölfter, Titelverteidiger gegen Aufsteiger, 46:4 Tore gegen 12:27. Trotzdem warnt Bayerns Trainer José Barcala vor einem „schwierigen Pokalspiel“. Der Grund: Das Volksparkstadion wird kochen. Und weil Klara Bühl mit Kreuzbandriss ausfällt, fehlt dem Rekordmeister genau die Spielerin, die solche Abende in der Vergangenheit entschieden hat.

HSV-Coach Nils Schäfer hat die Woche genutzt, um seine Mannschaft auf denmentalten Knall vorzubereiten. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt er, „aber alles zu gewinnen.“ Seine Spielerinnen haben sich in den letzten Tagen Clips von HSV-Herbst-Sensationen gegen Bayern angesehen – 1983, 2001, 2009. Die Botschaft: Auch die Besten sind irgendwann nur Menschen.

Die atmosphäre wird elektrisch – und das überträgt sich

Die atmosphäre wird elektrisch – und das überträgt sich

Die Organisatoren rechnen mit einem neuen Rekord: Nie zuvor kamen bei einem Frauen-Pokalspiel so viele Zuschauer. Die Nordkurve probte gestern noch „You'll Never Walk Alone“, die Tageskasse öffnet vier Stunden vor Anpfiff. Selbst Uli Hoeneß, der sonst nur kurz vor Schlusspfiff eintrifft, will pünktlich sein. Die Mischung aus Nostalgie und Gegenwart könnte der Schlüssel sein.

Während die Bayern mit Ballbesitz und hoher Defensivlinie agieren, setzt der HSV auf Konter über die Außenbahnen. Lina Magull wird Bühl ersetzen, doch ihre Torgefähligkeit ist geringer. Das weiß auch Barcala: „Wenn wir früh ein Gegentor kassieren, wird es eng.“

Parallel laufen noch drei weitere Viertelfinals. VfL Wolfsburg empfängt Eintracht Frankfurt – ein Duell auf Augenhöhe, das als verstecktes Finale gilt. SGS Essen fordert Werder Bremen, der Tabellensiebte. Und der zweitklassige SC Sand reist nach Jena, wo die Gastgeber zwar Letzter sind, aber zuletzt drei Heimspiele in Folge gewannen.

Ab 18.30 Uhr rollt der Ball im Volksparkstadion. Dann entscheidet sich, ob der HSV den Pokalwahnsinn perfekt macht – oder ob Bayern doch wieder eine Runde weiter ist. Eines ist sicher: Die Bilder von heute Abend werden noch lange nachhallen. Und vielleicht erzählt man sich in zwanzig Jahren von jenem 11. März, als Hamburg die Bayern blamierte. Die Chance ist klein, aber sie ist real. Darum geht es beim Pokal.