Nils conrad stürmt ins hildesheimer tor: drittliga-klub landet zweitliga-keeper
Die Revolutionsmaschine HC Eintracht Hildesheim rollt weiter. Nach dem Abstiegstrauersommer schlägt der Niedersachse erneut auf dem Transfermarkt zu – und diesmal mit Rückendeckung aus der 2. Bundesliga. Nils Conrad, 25, 1,95 m groß, wechselt vom VfL Lübeck-Schwartau an die Innerste. Fakt.

Deutsch setzt auf doppelfels zwischen den pfosten
Daniel Deutsch, Cheftrainer und sportlicher Leiter in Personalunion, hatte schon vor Wochen angekündigt, dem Kader „eine krasse DNA“ verpassen zu wollen. Mit Conrad kommt nun ein Schlussmann, der in 73 Zweitliga-Einsätzen für Lübeck-Schwartau, Rhein-Vikings und TUSEM Essen gelernt hat, wie man Punkte rettet, statt sie zu verschenken. „Er ist der Fels in der Brandung, auf den wir uns verlassen können“, sagt Deutsch, ohne eine Spur Übertreibung in der Stimme. Gemeinsam mit Leon Krka bildet der 2001er-Jahrgang künftig das neue Torwartgespann – ein Duo, das laut Interna „mindestens 15 Punkte allein wert“ sein soll.
Conrad selbst brennt. Auf seiner Social-Media-Story schrieb er nur vier Wörter: „Ab in den Kampf!“ Wenige Stunden später bestätigte der Club die Verpflichtung mit einer Pressemitteilung, die sich liest wie ein Schlachtplan: junger, aber erfahrener Keeper, charakterstark, bereit für 40 Saisonspiele. Die Botschaft ist klar: Die Eintracht will nicht nur überleben – sie will angreifen.
Die Zahlen sprechen für Deutsch. In der vergangenen Spielzeit kassierte Hildesheim 756 Tore – Platz elf der Defensivtabelle. Mit nur 32 Prozent gehaltener Bälle. Conrad kommt von einem Klub, der dank seiner Paraden die drittbeste Abwehr der Nordstaffel stellte. Ein Zusammenspiel, das vor allem die gegnerischen Angriffsreihen der Liga 3 Nord-Ost aufhorchen lässt.
Doch es bleibt heiß. Deutsch kündigte „noch mindestens drei weitere Neuzugänge“ an, will die Kaderplanung „bis Mitte August abhaken“. Wer folgt, ist noch unklar. Klar ist: Mit Conrad haben die Hildesheimer nicht nur ein Tor geholt, sondern auch ein Statement gesetzt. Zweitliga-Klasse in Liga 3 – das kann funktionieren, wenn der Rest der Truppe mitzieht.
Für den Keeper selbst ist der Schritt ein Befreiungsschlag. Nach fünf Jahren Lübeck, zwei verpassten Aufstiegsrelegationen und der Erkenntnis, dass sich dort der nächste Durchbruck nicht mehr einstellt, sucht er neue Luft. In Hildesheim bekommt er sie – plus eine Fanbase, die schon nach dem ersten Training vor dem Vereinsheim applaudierte. Bilder davon kursieren im Pelkumer Sportwelt-Channel. Man sieht: Conrad lächelt, winkt, wirkt sofort angekommen.
Die Saison startet am 7. September mit dem Auswärtsspiel bei der HSG Ostsee. Bis dahin muss sich das neue Gebilde finden. 42 Tage sind es noch. Für Deutsch ist das „ein Luxus, den wir uns erarbeitet haben“. Wer jetzt denkt, die Eintracht ziehe nur ein Fünkchen Hoffnung auf, unterschätzt die Power, die so ein Transfer entfalten kann. Conrad steht im Tor, die Defensive bekommt ein Gesicht, die Hausherren eine neue Stimme. Der Drittligist träumt laut – und das ist in Hildesheim selten genug.
Die Konkurrenz warnt schon. Ein Gegner-Coach, der anonym bleiben will, sagt: „Wenn die ihre Kreise zusammenbekommen, werden sie oben mitmischen.“ Ob das reicht, um die Liga zu rocken? Die Antwort steht zwischen den Pfosten – und trägt künftig die Nummer 16. Nils Conrad ist da. Punkt.
