Voigt schießt sich in oslo-top ten – tannheimer fliegt mit bestzeit auf platz 10

Der Holmenkollen gab sich am Freitag gnädig mit den deutschen Farben. Vanessa Voigt feuerte sich mit null Fehlern von Startbahn 16 bis ins Ziel, bügelte zehn Konkurrentinnen weg und landete auf Rang sechs. Dahinter jagte Julia Tannheimer mit der schnellsten Laufzeit des Tages auf Platz zehn – ein Aufwärtstrend, den der DSV gerade noch rechtzeitig zum Weltcup-Finale brauchte.

Hanna öberg nutzt heimvorteil – schweden feiert doppelparty

Die Schwedin Hanna Öberg verwandelte den Holmenkollen in eine einzige Blau-Gelbe Jubelzone. Trotz drei Schussfehlern hatte die 26-Jährige 1:12 Minuten Vorsprung auf Voigt und sicherte sich vor eigenem Publikum den zweiten Saisonerfolg. Ihre Schwester Elvira Öberg komplettierte das Podest als Dritte, Julia Simon musste sich als Zweite mit 0,5 Sekunden Rückstand begnügen.

Die deutsche Seite kann trotzdem aufatmen. Voigts zweitbeste Laufzeit katapultierte das DSV-Team auf den fünften Platz der Nationenwertung – ein Rang, der für die Startplätze im nächsten Winter golden sein kann.

Tannheimer stellt schießen zurecht und sprintet zur bestzeit

Tannheimer stellt schießen zurecht und sprintet zur bestzeit

Julia Tannheimer legte nach dem enttäuschenden Sprint einen Turbo ein. Drei Strafrunden kosteten zwar Zeit, doch ihre Beine flogen über die 10 km. Die 23-Jährige verbesserte sich von Platz 22 auf Rang zehn und war dabei fast eine halbe Minute schneller als alle anderen. „Das gibt Selbstvertrauen für morgen“, sagte sie atemlos im Ziel, „wenn die Beine so laufen, ist das Schießen nur eine Frage der Tage.“

Auch Selina Grotian lief sich in ihrer stärksten Saisonvorstellung von 26 auf 14 nach vorne. Janina Hettich-Walz wurde 16., ebenfalls ohne großen Wirbel, aber mit der nötigen Konstanz, die der DSV-Truppe zuletzt fehlte.

Jeanmonnot schnappt sich verfolgungs-weltcup – deutsche verpassen sieg-saison

Jeanmonnot schnappt sich verfolgungs-weltcup – deutsche verpassen sieg-saison

Die bereits feststehende Gesamtweltcupsiegerin Lou Jeanmonnot sicherte sich als Vierte zusätzlich die kleine Kristallkugel der Verfolgung. Die Französin überholte die Finnin Suvi Minkkinen, die als 23. das Ziel kreuzte. Für Deutschland bleibt damit die bittere Bilanz: Erstmals in der Geschichte des DSV droht eine Weltcup-Saison ohne ein einziges Siegserlebnis.

Am Sonntag gibt es beim traditionellen Massenstart (13:30 und 16:30 Uhr) die letzte Chance, diesen Makel zu verhindern. Dann beginnt für die Skijäger eine achtmonatige Sommerpause, ehe es am 26. November in Kontiolahti weitergeht. Die Uhr tickt – und die deutsche Biathlon-Seele wartet weiter auf den erlösenden Knall.