Vinicius zieht schon bayern ins visier: real erledigt city und schielt aufs viertelfinale
Madrid – 90 Minuten nach dem Abpfiff reitet Antonio Rüdiger noch immer auf seinem persönlichen Pferd: Vinicius Junior. Der Brasilianer hat zwei Tage vor seinem 26. Geburtstag Manchester City erneut aus dem Turnier geworfen, den Triple-Sieger von 2023 mit zwei Treffern in zwei Spielen gelähmt. Jetzt ruft er schon den nächsten Gegner heraus: „Lasst sie uns packen!“ Gemeint ist der FC Bayern, Atalanta-Bergamo gilt im Achtelfinale nur noch als Formsache.
Real Madrid lebt in der Champions League seinen eigenen Gesetzen. Das 2:1 beim amtierenden englischen Meister war kein Auswärtssieg, es war eine Demonstration. Nach dem 3:0 im Bernabéu hat das Team von Trainer Álvaro Arbeloa 5:1 gegen Pep Guardiolas City gewonnen – und das, obwohl der Gegner in der ersten Halbzeit alles war: druckvoll, mutig, brandgefährlich. Dann kam Vinicius.
Vinicius nutzt die 23. sekunde nach dem seitenwechsel
Der Doppelpacker traf 23 Sekunden nach Wiederanpfiff zur 2:1-Führung, nachdem Rodrygo vor der Pause den Ausgleich erzielt hatte. Guardiola stand mit leeren Händen da, seine Stars – Haaland, De Bruyne, Foden – suchten vergeblich Lücken. Real hatte die Kontrolle, das Tempo, die Kälte. „Wir sind bereit für mehr, für alles, was kommt“, sagte Vinicius, noch mit Kinderstimme, aber dem Blick eines Jägers.
Die Statistik spricht für ihn. Seit dem Halbfinale 2012 hat Real viermal den FC Bayern in der K.o.-Phase ausgeschaltet – und jedes Mal anschließend den Pokt geholt. 2014, 2017, 2018, 2024. Die Münchner sind zur Lieblingsbeute geworden, die „bestia negra“ ist längst zur Papierkatze verkommen. Bayern-Manager Max Eberl wird diese Woche die Aufholjagd in Bergamo verfolgen, aber die echten Schweißperlen kommen erst, wenn das Los am Freitag die Königlichen nach München schickt.

Arbeloa warnt vor deja-vu-effekt
Arbeloa, selbst einst Rechtsverteidiger in den Duellen gegen Franck Ribéry, weiß, wie schnell sich Stimmungen drehen. „Wer den Titel holen will, muss die Besten schlagen“, sagt er, aber er betont auch: „Bayern ist nicht Atalanta. Die haben Qualität und Erfahrung.“ Dennoch: Im Bernabéu glaubt man fest daran, dass die Champions-League-Saison 2025/26 nur eine Farbe kennt: weiß mit goldener Stickerei.
Die Uhr tickt. Am 11. April steht das erste Viertelfinale an. Vinicius hat schon angefangen, sich Videos von Alphonso Davies und Noussair Mazraoui anzusehen. Die Bayern-Defensive wird sich fragen, ob sie den Brasilianer mit Doppelbewegungen oder mit Tiefe stopfen soll. Die Antwort wird wehtun – auf der einen oder anderen Seite.
Real Madrid ist nicht einfach im Viertelfinale. Real Madrid ist das Viertelfinale. Und Vinicius? Der bereitet sich schon mental auf den Gang nach München vor. Die Champions-League-Nächte sind seine Nächte. Die Bayern sollten ihre Wecker stellen.
