Vingegaards giro-attacke: jan ullrich siegt double und schickt pogacar eine kampfansage
Jonas Vingegaard jagt nicht nur Rivalen, er jagt Geschichte. Nach seinem Klar-Sieg in Katalonien schaltet der Däne einen Gang höher: Erstmals steht der Visma-Kapitän beim Giro d’Italia an der Startlinie – und das, um Tadej Pogacar bei der Tour de France Schmerzen zu bereiten.
Ullrichs prognose: „er kann pogacar wehtun“
Jan Ullrich kennt sich mit dem Double aus. 1997 gewann er die Tour, 1998 die Vuelta. Im Podcast „Ulle & Rick“ schwärmt der 52-Jährige: „Vingegaard trägt die Ruhe eines Mannes, der schon zwei Tour-Siegel in der Tasche hat. Mit seiner derzeitigen Form kann er den Giro souverän nehmen und danach Pogacar attackieren.“ Die Zahlen sprechen für sich: Seit Januar 2026 sammelte der Däne zwei Gesamtsiege, vier Etappen und zwei Trikotwertungen. Kein anderer Fahrer hat in diesem Zeitraum mehr UCI-Punkte geholt.
Das Risiko? Ein Giro belastet die Beine, zwingt zu zusätzlichen 3 500 Kilometern Wettkampftempo. Doch Vingegaards Team zockt. „Er hat die richtigen Leute um sich“, sagt Ullrich und meint Trainer Tim Heemskerk und Mentalcoach Jesper Rasmussen. „Die wissen, wie man einen Körper innerhalb von vier Wochen zwei Mal auf Höchstleistung trimmt.“

Luxus-trainingscamp statt krieg: voigt nennt die strategie
Jens Voigt, Eurosport-Experte und Ex-Profi, nennt den Giro einen „Luxus-Trainingscamp mit Live-TV“. Er erinnert an das Jahr 2024, als Pogacar zuerst den Giro, dann die Tour dominierte. „Wenn Jonas den italienischen Dreiklang souverän singt, fliegt er nach Frankreich mit dem Selbstvertrauen eines Mannes, der weiß, dass er’s schon einmal bewiesen hat.“
Die Strecke scheint ihm entgegenzukommen: Drei Zeitfahr-Etappen, sechs Bergankünfte über 2 000 Meter, dazu kein Super-Zeitfahrer wie Remco Evenepoel in Top-Form. Und die Wetterkarten? Mai in den Alpen kann gnädig sein, wenn die Schneegrenze hoch bleibt. Ein Detail, das Vingegaards Trainern nicht entgeht.

Der countdown läuft: in 37 tagen ist die grande partenza
Am 8. Mai rollt das Peloton in Palermo los. Vingegaard wird nicht auf Biegen und Brechen um Sekunden kämpfen, verspricht Sportdirektor Merijn Zeeman. „Wir wollen das Rennen kontrollieren, nicht zerfetzen.“ Die Botschaft an Pogacar: Wir kommen erholt und hungrig. Denn der Slowene plant 2026 ebenfalls den Double-Versuch – mit dem Unterschied, dass er den Giro bereits 2024 gewann. Wer also zuerst zuckt, ist im Juli mental vorn.
Die Uhr tickt. 37 Tage bis Italien, 112 bis Paris. Vingegaards Vuelta-Sieg 2025 war der Auftakt, das Katalonien-Double der Beweis. Nun folgt die italienische Prüfung. Schafft er den Hattrick, wäre er der erste Däne mit allen drei Grand Tours – und Pogacar müsste sich warm anziehen.
