Vingegaard zieht 21 km vor dem ziel die notbremse der konkurrenz
Jonas Vingegaard jagt nicht mehr nur den Sieg bei Paris-Nizza – er jagt die Uhr. 21 Kilometer vor dem Ziel löste der Däne am Anstieg nach Saint-Jean-de-Muzols eine Attacke, die ihresgleichen sucht. 2:02 Minuten Vorsprung fuhr er heraus, nach 206,3 km und 2724 Höhenmetern. Sein Gespür für Tempo und Terrain war gnadenlos.

Der angriff, der alte muster zerbröseln ließ
Valentin Paret-Peintre und Harold Tejada schauten nur noch auf ein schwindendes Rücklicht. Dahinter bröckelte die Favoritengruppe auseinander wie trockenes Brot. Martinez, Evenepoel, Ayuso – alle verloren Zeit, während Vingegaard die Gelbe Führungsjacke zur zweiten Haut werden ließ. Die 3:22 Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung sind keine Lücke mehr, sondern eine Schlucht.
Georg Steinhauser verteidigte als bester Deutscher Rang drei, bleibt aber 5:50 zurück. Für den 22-jährigen EF-Fahrer ist jede Sekunde ein Lehrgeld, bezahlt mit Beinmuskeln, die brennen wie Feuer. Die sechste Etappe von Barbentane nach Apt wartet mit 2077 Höhenmetern – ein weiterer Tag, an dem die Beine sprechen und die Lungen schreien.
Die 84. „Fahrt zur Sonne“ endet am Sonntag mit einem Finale rund um Nizza, das kein Schönwetterrennen ist. Wer dort noch in Gelb fährt, muss nicht nur stark sein, sondern bereit, sich selbst zu überholen. Vingegaard hat bewiesen: Er kann beides.
