Vingegaard rast ayuso in den regengräben von paris-nizza

Ein Schauer, ein Sturz, ein Machtwechsel. Mit 47 Kilometern vor dem Ziel rutschte Juan Ayuso auf nasser Asphalt weg, krümmte sich im Gras und schob sich das Gelbe Trikot dabei selbst vom Leib. Sekunden später jagte Jonas Vingegaard davon, verwandelte die vierte Etappe von Paris-Nizza in seine persönliche Solovorstellung und schob sich an der Spitze des Klassements vorbei.

Ayuso bleibt liegen, vingegaard fährt weiter

Der Spanier hatte am Dienstag noch im Mannschaftszeitfahren die Führung erobert, am Mittwoch musste er sich an den Straßenrand setzen und auf den Krankenwagen warten. Die Bilder aus Burgund zeigen einen Fahrer, der mit gebrochener Miene ins Leere starrt – das Gesicht der Kontrolle verloren. Auch Nils Politt war in die Massenpanne verwickelt, konnte aber nach kurzer Rast weiterrollen. Lennard Kämna (Lidl-Trek) verlor indes mehr als eine halbe Stunde und fiel zurück in die zweite Garnitur.

Die Wetterbedingungen waren rau: 195 Kilometer zwischen Bourges und Uchon, Regen, Achtungslosigkeit, enge Passagen. Wer hier nicht aufpasste, landete im Graben. Die Statistik spricht für sich: Mehrere Stürze, ein Ausstieg, ein neues Gesicht an der Spitze.

Steinhauser schreibt sich in die top-3

Steinhauser schreibt sich in die top-3

Hinter Vingegaard organisierte sich das neue Favoritenfeld neu. Daniel Martinez (Red Bull-Bora-hansgrohe) verlor 41 Sekunden, rettete sich auf Rang zwei des Tages und sicherte sich damit Platz zwei Gesamt. Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost) fuhr als Fünfter über die Linie und rutschte mit 3:20 Minuten Rückstand auf den dritten Rang im Klassement – das beste deutsche Resultat dieser Woche.

Die Zeitenwerte offenbaren eine klare Machtverschiebung: Vingegaard führt mit 52 Sekunden Vorsprung vor Martinez, Steinhauser folgt als Dritter. Dahin sträuben sich die Blicke der Konkurrenz: Kevin Vauquelin, David Gaudu, Lenny Martinez – alle zwischen drei und fünf Minuten hinten. Die „Fahrt zur Sonne“ verliert damit ihren spanischen Frühstarter und bekommt einen dänischen Taktierer an der Spitze.

Am Horizont zeichnet sich die fünfte Etappe ab: 206 Kilometer von Cormoranche-sur-Saône nach Colombier-le-Vieux, drei Anstiege in den letzten 30 Kilometern. Wer dort die Beine spart, gewinnt am Ende die Sonne. Wer zögert, verliert sie im Schatten der Berge.

Paris-Nizza ist noch lange nicht entschieden, aber der erste Schlag sitzt. Und der Regen hat die Karten neu gemischt.