Vildoza-skandal beendet: staatsanwalt fordert einstellung
Die Staatsanwaltschaft Bologna will die Ermittlungen gegen Virtus-Playmaker Luca Vildoza und seine Frau Milika Tasic einstellen. Der Argentinier war nach einem Streit mit einer Rotkreuz-Sanitäterin im Oktober festgenommen worden – nun spricht alles für seine vollständige Entlastung.
Was in jener oktobernacht wirklich geschah
Kurz nach dem Euroleague-Sieg gegen Monaco schob sich Vildozas Auto auf den Ringstraßen von Bologna neben einen Rettungswagen. Was folgte, ist inzwischen in Akten vermerkt: ein Wortgefecht, ein Schultercheck, eine Anzeige wegen Körperverletzung. Die Polizei nahm das Paar mit, doch schon am nächsten Morgen waren sie wieder auf freiem Fuß. Richterin Anna Maria Piscitelli schloss sich dem an: keine unmittelbare Tatfeststellung, keine dringenden Beweise.
Seitdem lastete ein Damoklesschwert über dem argentinischen Aufbauspieler. Virtus zahlte weiter Gehalt, verbannte ihn aber aus dem Kader, bis die Wolken sich lichten. Sie lichten sich jetzt. „Das ist der erste wichtige Schritt zur Wahrheit“, sagt Verteidiger Mattia Grassani, „und die lautet: Die Eheleute Vildoza waren in keiner Weise strafbar beteiligt.“

Die zahlen hinter dem drama
125 Tage dauerte das Verfahren. In dieser Zeit verpasste Vildoza 19 Liga- und 14 Europaspiele. Der Klub sparte 450.000 Euro Gehalt, weil die Suspendierung aufgrund von „Vertragsbruch“ inzwischen gerichtlich abgesichert war. Die Staatsanwältin Mara Marini listet in ihrer 42-seitigen Einstellungsakte lückenlose Alibis, Videoausschnitte und Zeugenaussagen auf – alles deutet darauf hin, dass die Sanitäterin die Situation überinterpretierte.
Die 30-tägige Frist für ein mögliches Gegenverfahren läuft am 26. April ab. Sollte niemand Widerspruch einlegen, ist der Fall endgültig erledigt und Virtus kann den 29-Jährigen sofort wieder aufs Feld schicken. Trainer Luca Banchi wartet bereits mit einer speziellen Druck-Offensive, um die Play-off-Meisterkarte noch zu ziehen.

Ein comeback mit geschmack
Für Vildoza persönlich ist die drohende Einstellung mehr als juristische Entlastung. Nach seinem Kreuzbanddrama von 2021 und der verpatzten NBA-Karriere in Milwaukee wollte er in Bologna neu starten – und landete stattdessen auf der Anklagebank. „Ich habe nur Basketball gespielt, nie jemanden verletzt“, sagte er Mitte März im Trainingszentrum von PalaDozza. Nun darf er beweisen, dass seine Finger nicht nur für Dreier, sondern auch für Versöhnung sorgen können.
Die virtus-Fans haben bereits ein Banner vorbereitet: „Luka, wir haben die ganze Zeit an dich geglaubt.“ Am Sonntag, wenn Pesaro in der Unipol Arena gastiert, könnte es seine erste Minute nach 126 Tagen Pause sein. Die Liga hat signalisiert, die Sperre sofort aufzuheben, sobald die Einstellungsverfügung auf dem Tisch liegt. Dann endet nicht nur ein juristisches Kapitel, sondern auch die wohl absurdeste Sperre der laufenden Saison.
