Vfl gummersbach sichert sich millionen-deal mit wandelt
Christoph Schindler hasst Rampenlicht. Trotzdem steht der Geschäftsführer des VfL Gummersbach plötzlich im Zentrum – und das nicht nur, weil er sich im Dezember beim 31:32 gegen Magdeburg die Seele aus dem Leib schrie. Der Traditionsklub hat einen neuen Hauptsponsor an Land gezogen, der sich über fünf Jahre verpflichtet und dabei siebenstellig investiert. Die Rede ist von der Wandelt GmbH, einem E-Commerce-Riesen für Gebäudesystemtechnik, der ab 2026/27 auf der Brust der Gummersbacher Handballer prangt.
Der Deal ist mehr als ein Logo-Switch. Er ist ein Statement. Schindler selbst nennt ihn „Stabilität und Planungssicherheit auf höchstem Niveau“. Hinter den Kulissen wurde monatelang verhandelt, Verträge geprüft, Pakete geschnürt. Das Ergebnis: ein Engagement, das sich über Jahre streckt und das Budget des VfL deutlich aufbessert. Zum Vergleich: Der THW Kiel kassiert für seine Hauptsponsorenschaft rund fünf Millionen Euro in fünf Jahren. Gummersbach rückt damit in die zweite Reihe der finanzstarken Klubs auf.

Schindlers strategie: nahbarkeit statt distanz
Was Schindler anders macht? Er zieht die Fans rein. Statt verschlossener Türen und PR-Floskeln gibt es ein Video, in dem er Fanfragen ungeschminkt beantwortet. „Weil Videos jetzt der heißeste Scheiß sind“, sagt er selbst – und lacht dabei. Das ist kein Zufall. Dahinter steckt eine klare Strategie: Der Verein soll wieder spürbar werden, nicht nur auf der Platte, sondern auch in den Köpfen. Nach Jahren der sportlichen Talfahrt will der VfL zurück in die Spitze der Handball-Bundesliga. Und dafür braucht er mehr als nur gute Torschützen. Er braucht Geld. Er braucht Partner. Er braucht ein Gesicht.
Thomas Kohlhof, Geschäftsführer der Wandelt GmbH, gibt sich kampfbereit: „Für uns ist das kein Engagement nach dem Motto ‚Wir schauen mal‘, sondern ein echtes, nachhaltiges Bekenntnis.“ Die Schwälbe-Arena, das Stadion des VfL, habe ihn überzeugt. Die Energie. Die Dynamik. Die Intensität. Kein leeres Marketing-Vokabular, sondern ein Mann, der sich auf sein neues Umfeld einlässt. Und das, obwohl Wandelt erst 2005 gegründet wurde – ein Newcomer also, der sich auf einen Traditionsklub stürzt.
Die Zahle spricht für sich: Fünf Jahre Laufzeit, ein Volumen im siebenstelligen Bereich, ein Paket, das weit über klassische Sponsoring-Leistungen hinausgeht. Der VfL will von der E-Commerce-Erfahrung des Partners profitieren, will digitaler werden, moderner, schneller. Schindler sagt: „Es geht nicht nur um wirtschaftliche Investitionen, sondern um gemeinsame Visionen.“ Und genau darum geht es. Um eine Zukunft, die nicht mehr aus Verwalten besteht, sondern aus Bewegen.
Die Fans werden es merken. Nicht nur an den neuen Trikots, die 2026 das Wandelt-Logo tragen. Sondern an der Art, wie der Verein wieder auftreten wird. Selbstbewusst. Finanziell abgesichert. Mit einem Geschäftsführer, der zwar keine Rampensau ist, aber genau weiß, wann er die Bühne betreten muss. Und das ist jetzt.
