Vfb stuttgart: kader-umbruch und undav-poker – was jetzt zählt!
Stuttgart – Der VfB Stuttgart hat sich am Sonntag einen Punkt in Hoffenheim erkämpft, aber die Leistung war alles andere als überzeugend. Während die Champions-League-Qualifikation weiterhin im Bereich des Möglichen liegt, warnt Sportvorstand Alexander Wehrle vor einer Realität, die viele Fans noch nicht auf dem Schirm haben: Ein massiver Umbruch im Kader steht bevor.
Wehrle spricht klartext: zu viele spieler, zu wenig platz
Nach dem holprigen 3:3 in Hoffenheim ließ Wehrle im Sport1-Doppelpass keine Zweifel daran, dass der aktuelle Kader viel zu groß ist. „Er ist zu groß, es werden uns schon einige Spieler verlassen“, erklärte er deutlich. Besonders die sechs zurückkehrenden Leihspieler – Dennis Seimen, Leonidas Stergiou, Laurin Ulrich, Jovan Milosevic, Yannik Keitel und Jarzinho Malanga – werden wohl keine langfristige Perspektive in Stuttgart haben. Wehrle rechnete vor: „Wir haben 36 Spieler unter Vertrag, ich denke, da sollte eine Zwei davor stehen.“ Das bedeutet: Es werden mindestens acht Spieler den Verein verlassen müssen, um den Kader zu verkleinern und die finanzielle Situation zu stabilisieren.

Undav-verlängerung: ein balanceakt zwischen wunsch und realität
Ein Hoffnungsschimmer inmitten der Umbruchs-Diskussionen ist die Situation um Stürmerstar Deniz Undav. Wehrle betonte, dass der VfB seine Leistungsträger unbedingt halten möchte. Allerdings ist die Vertragsverlängerung mit dem Nationalspieler ein komplexes Unterfangen. „Wir wollen die Leistungsträger zusammenhalten“, so Wehrle. „Man muss beide Perspektiven sehen. Es ist wahrscheinlich sein letzter großer Vertrag. Er könnte rein theoretisch auch sagen: 'Wir müssen gar nicht sprechen, ich kann im Januar ja dann irgendwo anders unterschreiben und kriege eine ordentliche Summe an Handgeld.'“
Doch Wehrle zeigte sich optimistisch: „Er weiß schon, was er an uns hat, und er fühlt sich wohl.“ Der Schlüssel liegt darin, den Spielern und ihren Beratern ein wertschätzendes Angebot zu unterbreiten, ohne dabei die finanzielle Stabilität des Vereins zu gefährden. „Wir werden den Beratern auf alle Fälle ein sehr wertschätzendes Angebot übermitteln. Aber wir haben auch die Gesamtverantwortung für den Klub, da werden wir nichts völlig Verrücktes machen können. Ich bin aber schon der Meinung, dass wir in einem guten Dialog sind. Wir werden es nach der Saison intensivieren.“
Die Verhandlungen mit Undav werden intensiviert, aber der VfB Stuttgart muss sich auf einen Kader-Umbruch einstellen. Es wird ein spannender Sommer für den Verein, in dem die Balance zwischen sportlicher Zielsetzung und finanzieller Verantwortung gefunden werden muss. Denn eines ist klar: Nur mit einem schlanken, fokussierten Kader kann der VfB seine Ambitionen in der kommenden Saison realistisch verfolgen.
