Vfb stuttgart feuert offensiv-feuerwerk – doch chancenverschwendung nagt!

Stuttgart. Ein historisches Chancenplus, ein deutlicher Sieg gegen den Hamburger SV – und doch ein bitterer Nachgeschmack. Der VfB Stuttgart präsentierte sich am Sonntag in der MHP-Arena in beeindruckender Form, ließ dem HSV kaum Luft zum Atmen und feierte einen hochverdienten 4:0-Erfolg. Doch die vergebenen Chancen, insbesondere von Deniz Undav und Ermedin Demirovic, sorgten für Gesprächsstoff.

Dominanz mit fragezeichen

Die Partie war von Anfang an von der Überlegenheit des VfB geprägt. Sebastian Hoeneß' Mannschaft agierte mutig nach vorne und kreierte eine Fülle an Torchancen, die ihresgleichen suchten. Mit 21 Torschüssen übertraf der VfB eine Marke, die seit 1988/89 nur von Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen erreicht wurde – ein Beweis für die offensive Power der Schwaben. Das Team war dem Matchplan des Trainers „sehr nah“, wie Hoeneß auf DAZN betonte.

Die Abwehr des HSV wirkte angesichts dieses Angriffsfeuwerks oft überfordert. Trotz der klaren Führung blieb die Mannschaft jedoch konzentriert und ließ keine Zweifel am Sieg aufkommen. Doch die Chancenverwertung, insbesondere von Undav und Demirovic, war ausbaufähig. Beide Stürmer blieben torlos, was den Sieg zwar nicht schmälert, aber Fragen aufwirft vor dem wichtigen Restprogramm.

Restprogramm und personalsorgen

Restprogramm und personalsorgen

Der Blick richtet sich nun auf die kommenden Aufgaben. Das Restprogramm des VfB ist alles andere als leicht. „Wir sind in der Position, dass wir es in der Hand haben, und wir trauen uns das auch zu“, erklärte Hoeneß, der dennoch vor Selbstüberschätzung warnte. „Die Jungs sind alle heiß zu spielen, aber wir haben halt auch ein paar Jungs draußen, die heiß sind zu spielen.“

Das Fehlen von Deniz Undav, der im Spiel gegen den HSV seine fünfte Gelbe Karte sah, wird das Team zusätzlich belasten. Ein hitziges Aufeinandertreten mit einem HSV-Profi, bei dem dieser den ersten unsportlichen Akt beging, sorgte für eine unnötige Strafe. „Das war schon ein sehr hartes Ding“, kommentierte Hoeneß die Szene und betonte, dass er Capaldo keine bösen Absichten unterstellen wolle. Der verpasste Elfmeter von Maximilian Mittelstädt, den er Undav überließ, wurde vom Trainer ebenfalls gelassen genommen: „Weil die Mannschaft funktioniert, so würde ich es jetzt einfach mal sagen.“

Demirovic

Demirovic' frust und der blick nach münchen

Der Frust von Ermedin Demirovic, dessen vermeintlicher Treffer vom VAR zurückgenommen wurde, war sichtlich. Sein vorzeitiger Abgang vom Feld verdeutlichte den Druck, der auf den Stürmern lastet. Hoeneß spielte die Situation herunter: „Es war jetzt eine emotionale Reaktion von ihm und ich glaube, er hat das dann auch gleich gewusst.“

Als nächstes gastiert der TabellenführerBayern München in Stuttgart. „Eins nach dem anderen“, mahnte Hoeneß. „Wir spielen jetzt gegen die Bayern, dann haben wir Pokal (gegen Freiburg; Anm. d. Red.) und dann geht's weiter.“ Die kurze Anreise nach München ohne Undav wird für die Schwaben eine zusätzliche Herausforderung darstellen, doch der VfB ist gewarnt und bereit für die nächste Bewährungsprobe. Die Ausgangslage ist klar: Nur Konstanz und eine effizientere Chancenverwertung werden den VfB in der Spitzengruppe der Bundesliga halten.