Verzichtswelle in der 3. liga: nur noch wenige wollen nach oben
Der Traum vom Zweitliga-Aufstieg schrumpft zur Lotterie. Innerhalb weniger Tage verabschieden sich reihenweise Klubs aus der Relegation – teils freiwillig, teils weil die Lizenz fehlt. Die Folge: In zwei Staffeln steht die Teilnehmerliste noch offen, in zwei anderen entscheidet sich alles an einem einzigen Abend.
Nord-ost: braunschweig zieht, aue zittert
MTV Braunschweig hat sich öffentlich festgelegt: Volker Mudrows Mannschaft will in die Aufstiegsrunde. Mit sieben Punkten Vorsprung auf Verfolger EHV Aue scheint Platz eins nur noch Formsache. Doch der MTV trifft noch auf Aue, Hildesheim und Rostock – und könnte damit dem Zweitplatzierten die Relegation vermasseln. Aue wiederum muss nicht nur punkten, sondern auch hoffen, dass Berlin II als Bundesligareserve weiter oben bleibt und den Relegationsplatz räumt.

Nord-west: drei klubs, zwei tickets – ein termin
TV Emsdetten führt, doch dahinter ist alles offen. ASV Hamm-Westfalen schob sich durch den Nachholerfolg gegen Ahlen auf Rang zwei, nur einen Zähler vor TuS Vinnhorst. Das Duell Emsdetten gegen Hamm am 25. April wird zur Schicksalswoche: Gewinnt Hamm, hat Vinnhorst keine eigene Macht mehr. Verliert Hamm, richtet sich der Blick auf das direkte Duell Vinnhorst gegen Emsdetten – und plötzlich reicht selbst Platz vier für die Relegation.

Süd-west: saarlouis und gelnhausen marschieren, hanau steigt aus
Die HSG Hanau hat öffentlich verzichtet, Saarlouis und Gelnhausen liegen neun Minuspunkte vor dem nächsten Verfolger. Longerich hat keine Direktbegegnungen mehr gegen die Spitze – das Rennen ist gelaufen. Die Frage ist nur, ob die HSG noch jemanden zum Spielen findet, wenn weitere Klubs abspringen.
Süd: verzicht-kaskade sorgt für chaos
Kornwestheim, Heilbronn-Horkheim und Würzburg haben bereits abgesagt, HC Erlangen II und RN Löwen II sind nicht aufstiegsberechtigt. Theoretische Folge: Platz vier würde reichen. Die SG Pforzheim/Eutingen hält diesen, muss ihn aber gegen Neuhausen, Pfullingen und Konstanz verteidigen. Faktisch könnten am Ende nur zwei Klubs übrig bleiben – dann würde der Süd-Sieger direkt in die 2. Bundesliga rutschen, ohne Relegation.
Die relegation wird kleiner – und kürzer
Der DHB plant bereits mit weniger als acht Teilnehmern. Bei acht Teams gibt es zwei Vierer-K.o.-Runden, bei sieben eine Einfachrunde, bei sechs zwei Dreiergruppen. Nur vier Meldungen? Dann reichen zwei Play-off-Spiele. Nur zwei Teams? Direktaufstieg. Nur eine Meldung? Die 2. Bundesliga stellt einen Absteiger zurück. Die Botschaft ist klar: Wer jetzt noch zögert, riskiert den Selbstausschluss – und lässt andere jubeln.
