Verstappen spielt mit gedanken an karriereende nach japan-debakel

Max Verstappen winkte nicht nur hinterher, er winkte ab. 48 Runden lang hing der viermalige Weltmeister in Suzuka wie ein Anhänger am Heck des Alpines von Pierre Gasly, bis er im Ziel nur Achter wurde – 30 Sekunden hinter den Spitzenreitern und Lichtjahre von seiner sonstigen Dominanz entfernt.

Die Geste, die danach durch die Funksprüche ging, war ein ironischer Gruß an den Franzosen – und ein Bild für die Lage des Holländers: Er überholt nicht mehr, er wird überholt. Noch nie seit seinem ersten Titel 2021 war Verstappen so weit weg vom Podest. Noch nie wirkte er so leer.

„Ich muss mir einreden, 100 % zu geben – das ist nicht gesund“

Was ihn plagt, ist nicht nur das schwache Red-Bull-Chassis, sondern das Gefühl, sich selbst betrügen zu müssen. „Ich sage mir, dass ich Vollgas geben muss, aber es macht keinen Spaß mehr“, sagte er der BBC nach dem Rennen. „Das ist keine Art, Sport zu betreiben.“ Die Worte klangen nicht wie eine Laune, sondern wie ein Mann, der nachts wachliegt und abwägt, ob er morgens überhaupt noch in die Garage geht.

Teamchef Christian Horner sprach von „einem Tief, das wir gemeinsam durchstehen müssen“. Doch Verstappen deutet an, dass er nicht mitziehen will, bis das nächste Upgrade sitzt. „Ich frage mich: Lohnt es sich, hier zu sein? Oder genieße ich es mehr, zuhause meine Freunde zu sehen, wenn der Sport nur noch Frust produziert?“

Die Antwort schwebt über der F1 wie ein Damoklesschwert. Noch hat er einen Vertrag bis 2028, doch Verstappen betonte, dass Klauseln für 2025 existieren – und dass er sie aktivieren könnte. „Ich denke über alles nach“, sagte er und ließ die Bombe platzen: „Ein vorzeitiger Rücktritt ist kein Tabu mehr.“

Toto wolff und die angst der königsklasse

Toto wolff und die angst der königsklasse

Selbst Toto Wolff, sonst erbitterter Rivale, richtete einen Appell an Verstappen. „Die Formel 1 ohne ihn? Das wäre wie die Bundesliga ohne Bayern, Tennis ohne Djokovic“, sagte der Mercedes-Chef. Die Liga der besten Autos ohne den besten Fahrer – ein Gedankenexperiment, das die TV-Rechtevermarkter in Schweiß ausbrechen lässt.

Verstappen selbst schien die Dramatik nicht mehr zu interessieren. Während die Mechaniker in Suzuka noch die Daten herunterluden, saß er bereits im Ferrari-Motorhome und plauderte mit Charles Leclerc – ein Bild, das in Twitter-Runden als Vorspeise auf ein mögliches Wechsel-Szenario interpretiert wurde. Die Gerüchteküche brodelt, doch der Niederländer lächelt nur müde. „Ich will einfach wieder angreifen können, statt zu warten, bis mich jemand einfährt.“

Die Formel 1 hat ihren König angekündigt, dass er den Thron verlassen könnte. Die Frage ist nicht mehr, ob er es tut, sondern wann er den Schlüssel ablegt. Und ob die Königsklasse dann noch eine Krone hat, die sich zu tragen lohnt.