Verstappen lässt guardian-reporter vor japan-gp rauswerfen – abu-dhabi-frage spukt weiter
Max Verstappen spult seine Medienrunde in Suzuka, bleibt plötzlich stehen und deutet Richtung Ausgang. „Eine Sekunde. Ich sage nichts, bevor er gegangen ist“, sagt er und starrt Giles Richards vom britischen Guardian an. Der Journalist blinzelt überrascht: „Ich? Ernsthaft? Wegen der Frage, die ich dir in Abu Dhabi gestellt habe? Wegen Spanien?“ Antwort des Weltmeisters: „Geh raus.“ Sekunden später steht Richards draußen, die restliche Presse sitzt sprachlos.
Der barcelona-crash, der nicht ruht
Die Szere trägt sich am Donnerstag vor dem Grand Prix von Japan, doch der Kernel liegt fünf Monate zurück, im Juni 2025 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Dort hatte Verstappen nach einem Duell mit George Russell die Kurve abgeschnitten, anschließend den Mercedes-Fahrer gerammt und eine Zehn-Sekunden-Strafe kassiert. Neun WM-Punkte gingen verloren – am Ende fehlten ihm exakt zwei Zähler auf Lando Norris, der sich Weltmeister schimpfte. Richards hatte den Holländer beim Saisonfinale in Abu Dhabi gefragt, ob er inzwischen die Aktion bereue. Verstappen antwortete damals mit gerunzelter Stirn, nun eskaliert die persönliche Fehde.
Die Mechanik ist simpel: Wer die Königsklasse der Formel 1 bedient, muss mit spitzen Fragen leben. Verstappen aber nutzt seine Marktmacht, um unbequeme Stimmen auszuschalten. Red Bull schweigt offiziell, intern bestätigt man, dass der Champion „seine Medienzeit gestaltet“. Teamkollegen wissen: Wer den Kopf verliert, verliert auch Punkte – und genau das droht dem 28-Jährigen in dieser Saison.

8 Punkte, 43 rückstand, null gnade
Vor dem Start in Suzuka steht Verstappen mit nur acht Zählern auf Platz acht. Spitzenreiter Russell hat 43 Punkte Vorsprung. Das Material läuft, die RB21 aber nervt bei langsamen Kurven mit plötzlichem Abtrieb – ein Reminder an den Barcelona-Crash, als Verstappen das Heck nicht mehr kontrollierte. Er selbst spricht von „Kleinkram“, doch die Zahlen lügen nicht: Ohne die Strafe wäre er letztes Jahr Champion gewesen, ohne die Konfrontation mit Richards stünde er jetzt nicht in der Defensive.
Nach dem Rausschmiss kehrt Normalität ein. Verstappen plaudert über Setup-Tricks, erklärt, warum er die neue Heckflügel-Spezifikation bevorzugt, und lacht über Anekdoten aus der Fahrerlager-Küche. Doch die Maske rutscht, wenn jemand das Wort „Spanien“ erwähnt. Dann verfinstert sich sein Blick, und das Fingerschnippen geht durch die Reihe – ein Echo der Szene, die sich innerhalb von Sekunden viral verbreitet hat.
Die Formel 1 feiert sich als Plattform für offene Wortgefechte. Doch wer zahlt, bestimmt die Playlist. Verstappen hat seinen Song gewählt: laut, schnell und ohne Refrain für kritische Fragen. Ob sich das in Japan auch auf der Strecke auszahlt, zeigt Sonntag früh ab 7.00 Uhr live auf Sky. Erste Prognose: Druck auf dem Asphalt, Stille in der Pressezone.
